"Tamara" wird den hohen Erwartungen, die sich bei der äußerst irreführenden Ankündigung "Vom Macher von Final Destination" einstellen, im ganzen leider alles andere als gerecht, obwohl er eine sehr gelungene und gewagte Szene enthält. Die Atmosphäre, die letzteren Film zu einem Klassiker seines Genres gemacht hat, fehlt hier leider, obwohl durch einfältiges Hexen-Satans-Zaubergetue versucht wird, einen okkulten Aspekt einzubauen. Ob der Name der Titelfigur eine Anspielung auf die Tamora aus Shakespeares Titus Andronicus sein soll, mag dahingestellt sein. Jedenfalls entspinnt sich um diese Figur eine anfangs spannende, jedoch mit der Zeit immer weiter ins Konventionelle ansinkende Rachehandlung um ein häßliches Entlein, das sich weniger zu einem schönen Schwan als zu einer herumstiefelnden Schlampe verwandelt. Der Beginn des Films bis zum vorläufigen Ende Tamaras sowie die sehr gut gemachte Szene mit dem Videoarchivar (sehenswert) fällt durch die sich gut aufbauende Spannung deutlich qualitativer aus als die folgenden Ereignisse. Sehr seltsam, daß die Racheaktionen bei den an der Tat am wenigsten beteiligten Personen beginnen und bei diesen am heftigsten ausfallen, während sie bei den eigentlich Verantwortlichen sehr lasch sind. Bei den Verfolgten befindet sich natürlich auch das zu erwartende Unschuldspärchen, das die Racheaktion durchwachsen und letztlich unbefriedigend werden läßt. Die Bösen in diesem Film sind leider nicht durchgängig böse und die Rachehandlungen dementspreched auch nicht, von zwei Fällen mal abgesehen. Die Darsteller sind der übliche Genredurchschnitt, fast noch ein wenig darunter. Vor allem Jenna Dewans Auftreten als Hexen-Tamara fällt einfach zu nuttig aus. Aber das liegt letztlich wohl mehr an der billigen Phantasie des Regisseurs.
Alles in allem durchschnittlicher, wenn auch nicht eben harmloser Horror, dessen Problem vor allem die vielen moralinsauren Anstandswauwaus unter den Figuren sind.