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Das Mauerblümchen Tamara ist an ihrer High-School ein Außenseiter und aufgrund ihrer schüchternen Art zudem auch ein beliebtes Ziel für Hohn und Spott ihrer Mitschüler. Aufgrund eines von ihr verfassten Artikels, der offen den Steroid-Missbrauch des schuleigenen Football-Teams anprangert, schieben insbesondere Jock Jesse und dessen Cheerleader-Freundin Kisha einen besonderen Hass auf das junge Mädchen... und machen sich kurz darauf Tamaras Verschossenheit in ihren Lehrer Bill Natolly zunutze, um ihr einen besonders bösen Streich zu spielen. Das vermeintliche Techtelmechtel mit ihrem Schwarm in einem abgelegenen Motel resultiert dummerweise in einem Handgemenge, in dessen Verlauf Tamara mit dem Kopf gegen eine Tischkante knallt und stirbt. Um keinen Ärger zu bekommen, verbuddeln die anwesenden Schüler ihre Leiche im nächstbesten Wald und vereinbaren, über die Angelegenheit Stillschweigen zu bewahren. Was Jesse und die anderen jedoch nicht ahnen können: Tamara hat sich in ihrer Freizeit mit schwarzer Magie beschäftigt und kehrt doch glatt als sexy Zombie-Hexe mit gesteigertem Selbstbewusstsein und Mini-Rock aus dem Jenseits zurück, um sich an ihren Mördern zu rächen. Nebenbei setzt sie zudem alles daran, Bills störende Ehefrau Alison aus dem Weg zu räumen... "Tamara" ist nichts weiter als ein ziemlich banales Body-Count-Filmchen, das allerdings mit viel Brimborium massiv vorab im Internet gehyped wurde und unter anderem auch mit der groß herausgestellten Beteiligung von "Final Destination"-Story-Lieferant und –Co-Drehbuchautor Jeffrey Reddick der anvisierten jugendlichen Zielgruppe angedreht werden sollte. Nun ja, so originell und smart wie besagter Teenie-Horror-Hit ist Jeremy Hafts Kolportage-Streifen, der sich ziemlich schnell als von besseren Vorbildern wie "Carrie - Des Satans jüngste Tochter" und "The Crow - Die Krähe" abgeschautes Sammelsurium grobschlächtig aneinander montierter Motive entpuppt, leider nicht geworden. Vielmehr hangelt sich die Chose ohne großen Aufwand an den bekannten Eckpunkten solcher Slasher-Movies mit übernatürlichem Touch entlang... und verbreitet somit aufgrund der wirklich extrem vorhersehbaren Handlung mehr Langeweile als sonstwas. Obwohl inhaltlich immer wieder ein wenig in die Richtung gleichgestrickter 80er-Jahre-Beiträge geschielt wird (denn ganz ehrlich, wohin sollte der Blick bei dem Thema auch sonst wandern?), geht das Ganze doch keinesfalls als modern aufgemotzte Variante von beispielsweise "Mary Lou - Prom Night II" durch, der auch heutzutage aufgrund des verbreiteten, authentischen Flairs immer noch viel, viel unterhaltsamer ist. Selbst die einfallsreichen und recht innovativen Todes-Szenen, mit denen "Final Destination" beim Publikum hausieren gegangen ist, vermisst man hier beinahe zur Gänze. Lediglich eine einzige breit ausgewalzte, überharte und Kunstblut-intensive Selbstverstümmelungs-Sequenz mit einem Teppichmesser soll da den Ausgleich dafür schaffen, dass Haft & Co ansonsten über weite Strecken gerade mal ein paar gängige Splatter-Kino-Standards bedienen. So bleibt dann letztendlich alles an der hübschen Hauptdarstellerin Jenna Dewan hängen, die da mit Gewalt zum weiblichen Pendant solcher Genre-Ikonen wie Freddy Krueger aufgebauscht werden soll und dank sexy DVD-Cover-Pose in engen Klamotten und mit Axt sogar den hauptsächlichen Ausleih-Grund darstellt. Diese Fußstapfen sind ihr allerdings sichtlich ein paar Nummern zu groß, denn die wirklich äußerst attraktive junge Dame ist weder zu Beginn als artifiziell hochgepimpter Backfisch auch nur annähernd glaubwürdig (einen schönen Menschen entstellt halt nichts... kein Vergleich zu einer Sissy Spacek, der man die Carrie White damals ja prompt abgenommen hatte), noch verfügt sie über das entsprechende schauspielerische Talent oder das entscheidende Quäntchen dämonisches Charisma, das für einen solchen Anti-Helden-Part einfach notwendig ist. Mitgefühl oder Sympathie empfindet man für die Titelfigur folglich nicht und so ist es einem auch ziemlich egal, ob "Tamara" ihren Rachefeldzug gegen ihre Mörder erfolgreich zu Ende bringt. Schlaff inszeniert, durch die Bank blamabel gespielt und von einigen dramaturgischen Durchhängern gebeutelt, kann man das Ganze ergo eigentlich nur als schnell verklappbaren Genre-Müll abstempeln, der auf keiner Ebene für wirklich gute Unterhaltung sorgt und nicht mal formal über schlichtes Durchschnitts-Niveau hinauskommt. Der geradezu typische, halboffene Schluss lässt einen letztendlich zu der festen Überzeugung gelangen, dass hier wirklich alles nach Schema F gestrickt wurde. Genügend Pfunde, um ähnlich wie "Final Destination" im Anschluss eine lukrative Franchise loszutreten, hat "Tamara" auf die Art allerdings nicht auf die Waage gebracht.

3/10

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