Stallone verdrescht mal wieder die Bösen, diesmal ist er Richter in der Zukunft
Story:
Im Jahr 2139 ist die Welt zerstört, nur in großen Städten tummelt sich noch Leben. Dort ist Judge Dredd (Sylvster Stallone) aktiv. Er gehört zu den erbarmungslosesten Cops. Mittels manipulierter Beweise wird er eines Mordes überführt und aus der Stadt in ein Gefängnis verbannt. Doch Dredd kann entkommen und will nun die wahren Verdächtigen zur Strecke bringen. Die Spur führt ganz weit nach oben. Da stößt er auf etwas unglaubliches. Er hat einen Bruder, der so ziemlich das Gegenteil vom gesetzestreuen Dredd ist.
Ein typischer Stallone Film: Er räumt mal wieder alles Böse aus dem Weg wobei ihn nichts aufhalten kann. In Hinblick auf andere Comicverfilmungen wurde sicherlich ein interessantes Thema als Aufhänger gefunden: Durch Züchtung von Klonen mittels Gewalt für Recht und Ordnung zu sorgen. Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass man aus dem Thema sicherlich ein wenig mehr hätte rausholen können.
Musik:
Sehr materialistisch und heroisch angelegt passt sie gut zu der poppigen übertriebenen Comicadaption Judge Dredds. Auch bei Verfolgungsjagden und Kämpfen hat man gute Arbeit geleistet. So ähnlich hat man sich das in seiner Phantasie oder beim Lesen sicherlich immer vorgestellt.
Atmosphäre:
Die Stadt ist prächtig in Szene gesetzt und erinnert ein wenig an Blade Runner. Auch wenn Dredds Welt ein wenig heller ist. Stallone ist wie man es gewohnt ist, die übermenschliche Ein Mann Armee, die nichts aufhalten kann. Seine übertriebene Darstellung sorgt ein wenig für unfreiwillige Komik. Eine etwas humorvollere Auslegung der Figur wie zum Beispiel in „Demolition Man“ wäre nicht schlecht gewesen. Der Gauner, der Dredd zur Seite gestellt wird, will nicht so ganz ins Geschehen passen und nervt doch sehr. Dann schon lieber einen wortkargen Stallone, der allein gegen die Bösen antritt. Die Schiessereien mit den futuristischen Waffen sind sehr effektreich inszeniert und wirken auch aus heutiger Sicht nicht überholt. Allerdings sieht man bei den Verfolgungsjagden auf den Gleitern, dass der Film schon 6 Jahre auf dem Buckel hat. Besonders gefallen hat mir der Endkampf mit Armand Assante und dem Kriegsroboter. Stallone-Fans kommen da dank markiger Sprüche und tollen Schlägereien mal wieder voll auf ihre Kosten.
Schauspieler:
Sylvester Stallone mal wieder ganz in seinem Element. Grimmig guckend, schießt und schlägt er alles zusammen, was ihm in die Quere kommt. Hin und wieder gibt es als Leckerbissen noch einen markigen Spruch. Ich vermisse aber einen leichten humorvollen Hang, den er in „Demolition Man“ doch so toll wiedergab. Wieso nicht auch hier?
Jürgen Prochnow, inzwischen der Hollywoodbösewicht vom Dienst, kommt zwar nie an einen Christopher Walken heran, überzeugt hier dennoch als Intrigant und Verräter der nur Gewalt als Lösung sieht. Wie es das Publikum will, wird ihm die gerechte Strafe zu teil. Eine nicht besonders anspruchsvolle Rolle für Prochnow, die er inzwischen locker herunterkurbeln kann.
Armand Assante spielt Stallones bösen Bruder, der von allen unterschätzt wird. Die Megabösewichtausstrahlung besitzt Assante aber nicht, so das er neben Stallone recht schnell untergeht. Zumindest wirkt er aber äußerst unsympathisch.
Fazit:
Nette poppige Comicadaption mit einem gewohnten Stallone und guten Effekten. Trotzdem aber nicht der große Wurf, der zum Beispiel X-Men gelang. Der Zuschauer wird sich hinterher fragen: War`s das jetzt? Leider ja, denn dieser Film ist nur ein durchschnittlicher in Stallones Actionkarriere. Solide, aber das gewisse „etwas“ fehlt leider.