Nachdem ich mir vor kurzem mal wieder den richtig old-school-mäßigen "Demolition Man" angeschaut hatte, bekam ich irgendwie Lust, einen weiteren, ziemlich bekannten Sci-fi-Actioner mit Sylvester Stallone in den Player zu werfen - und da fiel mir sofort "Judge Dredd" ein. Jeder, der diesen Film noch nicht kennt, sollte nicht ein ähnlich geniales Feuerwerk, wie es in "Demolition Man" abgebrannt wurde, erwarten, denn das kann dieser Film nur ansatzweise bieten.
Man schreibt das dritte Jahrtausend. Nukleare Kriege und ökologische Katastrophen haben die Erde verwüstet. Staaten existieren nicht mehr. Von der menschlichen Zivilisation sind drei Weltstädte übriggeblieben: Megacity I, II und III. Zerstörung und Korruption sind an der Tagesordnung. Und dennoch ist diese Vorhölle besser als die "verfluchte Zone", außerhalb der Megacities. Dorthin verbannt zu werden ist schlimmer als der Tod. Aus dem Chaos hat sich ein neues Rechtssystem erhoben: Das System der "Judges". Sie sind Polizisten, Richter und Vollstrecker zugleich. Judge Dredd (Sylvester Stallone) ist eine lebende Legende in Megacity I. Er ist die Verkörperung der neuen Justiz. Judge Dredd ist das Gesetz!
Von der Story her könnte man meinen, dass dieser Film eine 1:1-Kopie des "Demolition Man"s ist. Im Grunde genommen ist dem auch so, denn wieder einmal muss Sly Stallone, als Macho-Cop, gegen ein paar Oberbösewichter, die das absolute Chaos und die Macht über Mensch und Gesetz erlangen wollen, zur Wehr setzen, um die Menschheit, aber vor allem das Gesetz, vor diesem bösartigen Schicksal zu schützen.
Wer auf "Hirn-aus-Actioner" steht, wie zum Beispiel "Demolition Man", wird es nicht wagen, Sinn und Zweck dieser Story zu hinterfragen - ein vergebliches Unterfangen - vielmehr sollte man sich an der knallbunten, teils aber auch sehr düster gehaltenen Atmosphäre und Kulisse erfreuen - sich einfach dem kleinen, aber teils doch sehr feinen Action-Knallbonbon hingeben! Leider wird wesentlich weniger Radau gemacht als es im "Demolition Man" der Fall war, was negativer ins Gewicht fällt als die Kritikpunkte, die ich gleich noch nennen werde. Trotzdem ist die hier gezeigte Action toll inszeniert und Fans kommen fast voll und ganz auf ihre Kosten.
Leider gibt es auch einige größere Kritikpunkte, die den Spaß ein wenig schmälern könnten. Dazu zählen ein paar der verwendeten Requisiten, die da wären: Übergroße Motorräder, die sogenannten "Lawmaster", die ein unglaublich schlechtes Design verpasst bekommen haben, ähnlich wie die Uniformen der "Judges", die, nebenbei bemerkt, ebenfalls lächerlich aussehen, und zudem total zu protzig wirken und total bescheuert sind - hätte man sich sparen können. Daneben gehört aber auch Stallone, zumindest in einer Szene, zu den komisch-lächerlichen Teilen des Films: Gegen Ende steht er seinem "Bruder" gegenüber und macht ein unnormal abartiges Hohlkreuz und streckt sein Hinterteil raus, als hätte er einen dicken Stock (oder Ähnliches)...genug davon. Ich kann mir einfach nicht erklären, wieso man ihm gesagt hat, er solle sich doch bitte so hinstellen - vielleicht hat er es aber auch aus freien Stücken getan, wer weiß! Nun aber Spaß beiseite...Viel schlimmer als diese kleinen "Missgeschicke" ist das Gehabe um das Gesetz und seine Hüter, denn diese beiden Punkte sind fast wichtiger als die Darstellung von Sylvester Stallone als Macho- und Supercop. Ein normaler Bürger wirkt hier wie ein unbedeutendes, kleines Würmchen, das bei dem kleinsten Fehler eingebuchtet werden muss. Natürlich kann man diesen Punkt auch als Kritik an den in Realität herrschenden Gesetzen deuten - schwierig!
Abgesehen von den etwas negativ ins Gewicht fallenden Blickpunkten ist "Judge Dredd" mehr als mäßige Popcorn-Action, die man sich hin und wieder, gerade wenn man sich einfach mal berieseln lassen möchte, geben kann. Für Fans ist dieser Film Pflichtprogramm!
7/10