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Das wohlhabende Ehepaar Roberto und Mary Valdi überrascht eines Abends einen Einbrecher in seinem Haus und wird von diesem brutal ermordet, bevor er seine Spuren verwischt und die Tat als Unfall tarnt. Marco und Sarah, die beiden jungen Kinder der Valdis, kommen daraufhin in die Obhut von Marys Schwester Marcia und deren Ehemann Carlo, die zu ihnen in das Mordhaus ziehen. In der Folgezeit kommt es zu merkwürdigen Vorkommnissen in der Bude, denn die Geister von Mary und Roberto kehren aus dem Jenseits zurück, um ihren trauernden Kids beizustehen... und schaffen es sogar, ihren ehemaligen Gärtner Guido als ihren Mörder zu entlarven und in den Tod zu treiben. Somit könnte nun eigentlich alles supi sein, doch der Spuk nimmt anschließend kein Ende. Als Onkel und Tantchen die übersinnlichen Umtriebe zu bunt werden, bestellen die beiden ein Medium ins Haus, das die Geister endgültig vertreiben soll... In Lucio Fulcis Spätwerk tummelt sich ja so manche Graupe, aber mit dem Ende der 80er Jahre doch tatsächlich für das italienische Fernsehen entstandenen "Das Haus des Bösen" (der seine Premiere hierzulande übrigens erst über eine Dekade später im DVD-Zeitalter gefeiert hat) unterbietet der Godfather of Gore doch tatsächlich nochmal spielend solche subparen Streifen wie "Dämonia" und "When Alice Broke the Mirror", mit denen ja sogar die härtesten Fans bereits ein wenig gehadert haben. Ebenso krude wie die Geschichte, die einem hier vorgesetzt wird und die sich nie so richtig entscheiden kann, was sie denn nun eigentlich sein will - brutaler Genre-Trash oder kindgerechtes Verlustbewältigungs-Drama mit übernatürlichem Einschlag - ist da auch Fulcis Inszenierung, der es nur in ganz, ganz wenigen Momenten gelingt, ein paar wenige atmosphärische Spitzen innerhalb des erzählerischen Kuddelmuddels zu setzen (eigentlich knüpft da nur der ziemlich heftige Doppelmord zu Beginn, der ganz in der Manier seiner Splatter-Streifen daherkommt, an längst vergangene, bessere Zeiten an!), ansonsten in ihren Details aber förmlich wie hingeschludert wirkt: Da wird der Zuschauer schon früh von einem auffälligen Anschluss-Fehler gebeutelt, wenn die Leichen der Eltern von dem Mörder in einem Auto drapiert werden und nach einem Umschnitt ganz einfach verschwinden, sobald der Wagen einen Abhang runterrollt... und im Anschluss daran ändert sich die Tonalität der Chose beinahe schon von Szene zu Szene und driftet zwischendurch sogar in den Bereich gewollt-lustiger Idioten-Comedy ab, ein starkes Stück! In der zweiten Hälfte degeneriert die Angelegenheit dann auch gänzlich zur stupiden Geister-Klamotte, was schwerer zu ertragen ist als jeder noch so blutige Spezial-Effekt. Die sichtlich ungeführten Darsteller ergehen sich derweil durch die Bank in enervierendem Overacting, allem voran die beiden unausstehlichen Dreck-Bratzen, die dem Publikum in schierer Verkennung jeglicher Realitäten doch tatsächlich als Sympathieträger vorgesetzt werden sollen... oh je! So gibt es dann also viele, viele gute Gründe, um "Das Haus des Bösen" nicht zu mögen. Für Fulci selbst markiert das Ganze dann auch tatsächlich nochmal einen späten Tiefstpunkt, der selbst die Handvoll ziemlich schlechter Filme, die da im Anschluss noch kommen werden, in einem etwas besseren Licht erscheinen lässt... und die sind mal echt nicht besonders toll ("Demonia", anyone?)!

2/10

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