Jammerschade. Die als Exposition gedachte Orgie zu Beginn lässt zwar keinerlei Hoffnung auf einen gehalt- oder anspruchsvollen Filmbeitrag zu, kann aber doch zumindest noch durch die Art der Inszenierung dem Freund entsprechender cineastischer Randbereiche ein wohlwollendes Lächeln auf die Lippen zaubern. Denn Fulci rotzt anfangs eine Atmosphäre hin, die optisch und stimmungstechnisch eher an vergleichbare Streifen aus den 70ern erinnert als an das Kino Ende der 80er. Wie im Fiebertaumel wird hier gezappelt und sich dekadenten Neigungen hingegeben (die billige Inszenierung stets kontrastiert mit Archivmaterial aus dem 2. Weltkrieg), dass man sich kaum vorstellen kann, dass Fulci aus dieser Einleitung nicht doch noch irgendwie ein halbwegs unterhaltsames Sleaze 'n Horror C-Filmchen hätte basteln können.
Doch leider Fehlanzeige. Kaum beginnt der eigentliche Film, wächst die Langeweile bis ins Unendliche. Von den Minimalvoraussetzungen, die (auch) ein (solcher) Film benötigt, verdient lediglich noch die muffelige Villa als Hauptlocation der Nonsenshandlung Erwähnung. Die erfüllt im Rahmen dieser Schrottproduktion ihren Zweck, ganz im Gegensatz zu den bedauernswerten (Klein-?)Darstellern, die so hilflos und überfordert ihre schwachsinnigen Zeilen vor sich hin brabbeln, dass sie bald mehr Mitgefühl verdienen als ihre Figuren innerhalb der Inszenierung (der bodycount ist minimal, btw.).
Fulci fiel im Sinne gutgemeinter schlechter Unterhaltung scheins nichts ein, als die mitwirkenden Damen hin und wieder unbekleidet zu zeigen. Hatte er dann doch mal einen Einfall, der in Richtung Gänsehaut oder Spannung ging, so hat er die entsprechende Idee bei der Realisation komplett im Orkus versenkt. Am Ende bleibt lediglich der Eindruck, man hätte einen besonders langweiligen 70er Jahre Erotikschmuddel gesehen, der ohne Drehbuch, geschweige denn Handlung, mal eben so spontan aus dem Bauch heraus abgedreht wurde. Anstelle nach weiteren Umschreibungen für diesen Mist zu suchen, abschließend noch die Begründung, warum Sodomas Rache nicht die niedrigste Bewertung bekommt. Erstens, weil Fulci zumindest die Exposition ganz gut hinbekommen hat und zweitens, weil es ehrlich gesagt doch überhaupt keinen Unterschied macht, ob ein langweiliger Schundfilm hinsichtlich des Schrottfaktors noch von vergleichbaren Produktionen übertroffen wird, oder? Aber eine mittelmäßige Bewertung wie sie der Durchschnitt in der ofdb unterstellt - nie im Leben! Grippale Infekte bescherten mir schon Fieberträume, die hatten mehr Unterhaltungswert.