Von den Mitgliedern einer Tanzschule sollen die besten für eine Show engagiert werden. Daraufhin werden nach und nach Mitglieder ermordet mit einer Hutnadel aufgefunden. Dass der Mörder im Umfeld der Schule zu suchen ist, wird schnell klar, doch wer steckt dahinter und warum?
Nach seinen vor allem durch blutige Details bekannten Filmen versuchte sich Lucio Fulci an der Inszenierung eines spannenden Giallo. Die Geschichte bietet hierzu die richtigen Voraussetzungen, nämlich einen Haufen Opfer/Verdächtiger in einem überschaubaren Umfeld in dem ein Maskierter Morde begeht. Leider weisen die Figuren wenig Tiefe auf und ihre Charaktere werden mit wenigen Ausnahmen nicht ausgearbeitet. Auch tauchen sie teilweise plötzlich in irgendwelchen Szenen auf und sind im nächsten Moment wieder verschwunden, ohne dass ihre Handlungen weiter verfolgt werden. Dadurch wirkt manches konzeptlos und unausgegoren, Finten kommen aufgesetzt rüber und ein richtiges Verlangen nach Tätersuche kam bei mir nicht auf. Ich muss aber zugeben, dass mir die finale Auflösung hinsichtlich Täter und Motiv gut gefallen hat, wobei ich ein etwas böseres Ende begrüßt hätte, was durch das Einsetzen des Abspanns direkt nach der Täterenthüllung zustande gekommen wäre.
Fulci baut in diesen Kriminalfall übernatürliche Elemente ein, wie man es vom Regiegott Dario "Rosso - Die Farbe des Todes" Argento kennt. So gibt es eine Person, die von ihrer Ermordung träumt und daraufhin die gesehene Person ausfindig macht oder einen Asiaten, der mit Hilfe von Stäbchen einen Blick in die Zukunft wirft. Diese Szenen sorgen für eine interessante Abwechslung.
Die Darsteller erreichen allesamt ein mittleres Leistungsniveau, wobei es aber niemandem gelingt seine Rolle so rüberzubringen, um von mir Sympatien entgegengebracht zu bekommen. Richtig unsympatisch finde ich den grimmigen Ermittler, der gerne mal handgreiflich wird und sehr arrogant rüberkommt. Die Dialoge der handelnden Figuren bleiben flach und sind für einige ungewollte Lacher gut.
Wer auf Grund des Namens des berüchtigten Regisseurs ein Blutbad erwartet, der wird schwer enttäuscht werden, denn außer ein paar roten Tröpfchen gibt es hier keinen Lebenssaft zu sehen. Der Killer pflegt seine Opfer erst zu chloroformieren und ihnen dann sein Markenzeichen, nämlich eine Hutnadel, ins Herz zu pieken. Diese Szenen sind soundtechnisch fein unterlegt, denn man hört hier das noch schlagende Herz solange, bis die Spitze ihr Ziel unter Quitschlauten erreicht. Ansonsten finde ich den Spannungsaufbau der Morde schwach, denn meist geht das Geschehen mit unpassender Synthiemukke und nervigem Lichtgeflacker einher.
Dass dieser Film aus den 80er Jahren stammt, ist unübersehbar. Wem hier Frisuren und Klamotten als Hinweis auf die Entstehungszeit nicht genügen, dem werden spätestens bei den diversen Popmusiken und Aerobiktänzen letzte Zweifel aus dem Weg geräumt.
Insgesamt hat Lucio Fulci mit diesem Stück einen mittelprächtigen Giallo fabriziert, wobei es z.B. in der Giallo-Serie des großen Xes oder von bekannten namhaften Regisseuren wesentlich bessere Beiträge gibt.