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John Martin ist ein Serienkiller wie er im Buche steht: er wohnt in einer schäbigen Hütte, die einem verdreckten Schlachthof gleicht, einpaar Ratten sind seine einzigsten Bezugspersonen. Und wenn er gerade mal nicht irgendwelche Leichen zerlegt oder sich im Fernsehen das übliche Gaga-TV reinzieht, killt er ahnungslose Anhalter, die er am Wegesrand aufgabelt...

Mit "Roadkill" wollte Regie-Sicko Jim Van Bebber nach "Deadbeat at Dawn" seinen zweiten abendfüllenden Spielfilm drehen. Das Projekt scheiterte jedoch, weil sich kein Geldgeber auftreiben lies. Schaut man sich diesen zirka 15-minütigen Entwurf an, versteht jedoch man schnell warum: atmosphärisch gar nicht mal schlecht gemacht, scheitert "Roadkill" am Fehlen jeglicher neuer Ideen. Zwar erinnert das Werk in seinen guten Augenblicken an den Horrorklassiker "The Texas Chainsaw Massacre" - doch ist Van Bebber einmal mehr darauf bedacht, oberflächliche Schocks abzuliefern, anstatt eine intensive, tiefgründige Story zu erzählen. Die einzige wirkliche Spannung resultiert (beim einmaligen Betrachten) lediglich daraus, welche kranken Ideen uns der Regisseur wohl als nächstes präsentieren mag. Zudem ist Hauptdarsteller Mark Gillespie im negativen Sinne eine absolute 08/15-Type, die leider nichts Verstörendes oder Faszinierendes an sich hat.

"Roadkill" ist in seiner graphischen Darstellung durchaus expliziert, liefert jedoch keinerlei Innovationen ab. Gut möglich, dass man Mitte der Neunziger mit sowas noch schocken konnte.... Mittlerweile ist die Realität jedoch offenkundig viel brutaler als es damals die Filmwelt war. Das scheint wohl auch Regisseur Van Bebber zu wissen, der seit seinem Charles Manson-Werk von 2001 nichts mehr von sich hören lies. Zwar besagt die IMBd sein Mitwirken in dem Remake von "Last House on Dead End Street", doch scheinen seine morbiden Visionen inzwischen weitgehend auf der Strecke geblieben zu sein...

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