Inzestuöser Irrgarten
Wenn man tiefer in die Filmographie der britisch-legendären Hammer Studios eintaucht, freut man sich besonders über die geheimeren Entdeckungen und Weirdos. Letzte Woche der giallo'eske „Fear In The Night“ beispielsweise konnte mich überzeugen. Diese Woche gab’s „Demons of the Mind“ von '72 - der mich leider weitaus weniger packte… Erzählt wird von einem seltsamen Baron, der seine beiden jugendlichen Kinder, ein Junge und ein Mädchen, in seinem Anwesen einsperrt um sie von einer scheinbar in ihrer Blutbahn liegenden Krankheit zu beschützen. Doch als bizarre Behandlungsmethoden wenig bewirken und in der Umgebung auch noch seltsamerweise immer mehr Huren tot aufgefunden werden, wird ihm klar, dass er vielleicht schädlich denkt oder „beschützt“…
Psychologischer Präsenzunterricht
„Demons of the Mind“ hat ein paar fiese psychologische Kniffe und gesellschaftliche Tabus, gegen Ende dreht er dann zum Glück doch nochmal gut durch und eine paar feine Einzelgänsehautmomente will ich ihm gar nicht absprechen. Er ist eine atmosphärische und teils unangenehme Collage und kuriose Achterbahnfahrt, lethargisch und loopend zugleich. Doch die meiste Zeit hatte er mich leider zwischen Konfusion und der Grenze zum Einschlafen. In weiten Teilen sprunghaft, wenig kohärent, vage, schemenhaft, unnötig kompliziert aufgebaut zwischen Alptraum, Märchen und Quarantäne. Da fiel es mir schwer am Ball zu bleiben, das Interesse hoch zu halten und überhaupt mit irgendwem mitzufiebern. Daher kommt „Demons of the Mind“ nicht über seine guten Ansätze hinaus und seine Teilchen führen nicht zu einem genussvollen Ganzen. Bei mir zumindest. Leider.
Fazit: für mich einer der weniger gelungenen Curveballs der Hammer Studios… weird, wirr, mal was anderes. Ein falscher Folkhorror-Fünfziger.