Restaurant-Kritiker und Sternekoch Christian Rach würde sich bei dieser Krimi-Komödie entweder vor Freude die Hände reiben oder selbige vor Entsetzen vor die Stirn schlagen, denn es geht, wie mag es anders sein, ums Essen.
Zwar spielen Hummer, Ente und gebratene Tauben eine Rolle, doch am Ende stellt sich die Frage: Weshalb müssen die Meisterköche verschiedener Länder den Löffel abgeben?
Allein der Einstieg mit Robert Morley als jähzornigen Restaurantkritiker ist ein Hochgenuss.
Wie er mit seiner unverwechselbaren Mimik und einigen Spitzfindigkeiten jeden seiner Crew zur Sau macht und anschließend beim Arzt die niederschmetternde Diagnose und die einzige Rettung in Form einer Diät quittiert, ist die Sichtung bereits wert.
Im Mittelpunkt steht jedoch das Ex-Pärchen Natasha (Jacqueline Bisset) und Robby (George Segal), das mit den Morden in enger Verbindung zu stehen scheint. Während sich Robby neuerdings um eine moderne Kette mit Omelett-Menüs kümmert, gilt Natasha als Beste auf dem Gebiet der Desserts. Dabei könnte sie selbst auf der Abschussliste des Killers stehen…
Auch zwischen dem Paar, das im Verlauf situationsbedingt wieder zueinander geführt wird, entwickeln sich ein paar schlagfertige Dialoge und freche Wortgefechte.
Nachdem der erste Meisterkoch aus London selbst im Ofen landet, tritt Natasha eine Reise nach Venedig an, um Italiens Spitzenkoch zu treffen, verbunden mit einem Rendezvous.
Prompt reist ihr der eifersüchtige Robby hinterher und man ist schon geneigt, ihn als Killer abzustempeln und schon landet der nächste Koch im Hummerbecken.
Tatsächlich ist der Kreis der Verdächtigen nicht allzu groß: Entweder ein Neider unter den Köchen oder ein enttäuschter, vielleicht auch abgewiesener Feinschmecker kommt für die Mordreihe in Frage.
Wunderbar sind allerdings auch die Seitenhiebe aufs kulinarische Metier im Allgemeinen.
Wie Robby die Gäste aus einem vegetarischen Lokal heraus ekelt, indem er von den Zubereitungen im bald eröffnenden Burger-Haus berichtet oder sich verschiedene Köche in Paris für das nächste Opfer halten, da sich jeder selbst für den besten hält.
Treffsicher auch die Fernsehaufzeichnung einer Kochsendung, wie angenervt der Regisseur von einer Kamera zur nächsten umschalten lässt, weil er Präsentiertes gar nicht als so appetitanregend empfindet.
Für diverse Schmunzler wird auf jeden Fall gesorgt, auch wenn Humor-Garant Morley für einige Zeit von der Bildfläche verschwindet.
Etwas schade ist, dass die Morde selbst nie so recht im Mittelpunkt stehen und reichlich unspektakulär in Szene gesetzt wurden, manchmal sieht man nicht einmal die Leichen.
Ferner wird der Entwicklung zwischen Natasha und Robby ein wenig zuviel Zeit gewidmet, die eine oder andere Szene im Bad, Bett oder Hühnerfarm hätte durchaus wegfallen dürfen und stattdessen den kauzigen Köchen (unter anderem Philippe Noiret und Jean Rochefort) und ihren eigenwilligen Kreationen gewidmet werden können.
Aber im Gesamteindruck bekommt man einen vergnüglichen Krimi präsentiert, der gegen Ende sogar mit Plot Twist in Sachen Killer aufwarten kann, viele bekannte, gut aufgelegte Darsteller einbindet und aufzeigt, dass Champagner gar nicht mal so viele Kalorien hat, wenn man nicht allzu viel davon trinkt.
Abwechslungsreich, charmant und auf seine Art köstlich.
7,5 von 10