Als Western Fan und Neueinsteiger beim Thema Blu-Ray, stolperte ich über den Film: "Das war der Wilde Westen". Der Film ist im seltenen Cinerama Format gedreht. Dies bedeutet, das 3 Kamera´s parallel montiert wurden, um
ein Extra breites sehr fein aufgelöstes Bild zu bekommen. Stellenweise sieht man hier und da durch das Verfahren noch die Klebenähte, das ist aber nicht wirklich tragisch. Im Gegenteil, der Film ist sehr gut restauriert worden, die Bildqualität hat meine Erwartungen sogar noch übertroffen. Es ist eine Quasireferenz und steckt viele moderne Produktionen in die Tasche!
Der Film ist jedoch auch durch seine Kameraführungen und seine Aufnahmen mit zich Details, gradezu für das neue Medium prädistiniert. Da fällt mir eine objektive Kritik wirklich schwer, da es wirklich permanent viel zu schauen gibt.
Immer wieder erwische ich mich, wie ich in die Tiefe der Hintergründe blicke usw.
Dazu kommt, das auch noch diverse Stars aus der damaligen Zeit mitspielen. Nicht nur John Wayne, Gregory Peck, James Stewart, und Henry Fonda sind mit an Bord.
Der Film ist in einzelne Episoden aufgeteilt und beinhaltet wie der Name schon verrät, die Zeit der ersten Siedler bis hin zur Eisenbahn. Im folgenden handelt es sich um folgende Abschnitte:
Der Fluss (1830er Jahre)
Der Planwagen (1850er Jahre)
Der Bürgerkrieg (1861~1865)
Die Eisenbahn (1860er Jahre)
Die Desperados (1880er Jahre)
Damit wäre die Handlung auch schon grob umrissen. Die einzelnen Episoden hängen durchaus zusammen.
Als Beispiel nehme ich die Rolle von Zeb. Dieser ist ein Sohn der ersten Siedler, welche über den Fluss in das Land eindringen und später mit dem Planwagen weiter ziehen. Als junger Mann tritt er in den Bürgerkrieg ein, anschliessend arbeitet er für die Eisenbahn, während er am Ende des Films ein Sheriff ist.
Zu den Nachteilen des Films:
Da fällt es mir wirklich schwer, viel zu meckern.
Gut, der Film ist ein Kind seiner Zeit.
Die Handlungen sind teilweise naiv und alles ist in Hochglanzoptik. Darin unterscheidet sich der Film kaum von Shane und Konsorten.
Im Klartext heisst das, das ich mir nur schwerlich vorstellen kann, das Jimmy Stewart als Trapper nach Wochen oder gar Monaten in denen er in den Bergen war, so schön frisch frisiert und rasiert sein kann.
Oder auch, das so ein raubeiniger Trapper sich Hals über Kopf verliebt, nur weil er mal ein Küsschen bekommen hat.^^
Trotz der beträchtlichen Laufzeit (über 160 Minuten) sind die einzelnen Kapitel teilweise zu schnell abgehandelt . Besonders die Schlacht in der Episode vom Bürgerkrieg, die ist wirklich absolut beeindruckend. (diese Episode ist von John Ford gedreht). Aber eben leider auch wirklich nur sehr sehr kurz, man bekommt allenfalls ein paar Eindrücke.
Der Film hat auch lange Einlass, Pausen und Auslass- Musik, die zeitmäßig von der Handlung abgezogen werden muß. (Die Musik ist schön stimmig, genau passend, wer es nicht mag kann ja nen Kapitel vorwärts klicken)
Mein Fazit:
Für Westernfreunde der "guten alten Zeit" ist dieser Film ein unumstößliches MUSS. Nicht nur, das sich praktisch alle Stars der damaligen Zeit in dem Film wieder finden und auch John Ford beteidigt war. Nein, so ist auch einfach die heute noch luxuriöse Optik und die Teils daraus resultierende 3-D Wirkung SO berrauschend, das man sich einfach nicht satt sehen kann. In wiefern das auch für die DVD Ausgabe und kleinere Tv´s gilt, mag ich nicht beurteilen, möglich das der Film dann stärker abbaut und sogar langweilt.
Ich gebe 8/10 Punkten.
Und zwar für die Technik, die Ausstattung, die Darsteller, den Handlungsbogen, für die Musik und für die Kameraführung, welche heute vielleicht altbacken wirkt, aber dennoch teilweise immer noch in den Spitzen wieder sehr modern ist. Somit ist der Film schlicht ordentlich über dem damaligen Durchschnitt und zwar bei weitem.