Review

In den USA ist mal wieder (oder immer noch?) eine verheerende Zombie-Seuche unterwegs die gesamte Menschheit dahinzuraffen. Zwei Wissenschaftler und Berufsuntotenbeseitiger nehmen den Kampf mit einer Spezialeinheit der Marines auf.
Ihr Ziel: Den Ursprung der Seuche zu ermitteln und die DNS des Urzomies zu knacken, um der Plage Einhalt gebieten zu können.
Der Schauplatz: ein Elitecollage…

„ZOMBIES, BABY!!!!“, heißt’s auch in diesem Headshot-Spektakel, das sich lustiger Weise auch noch als Sequel zu „House of the Dead“ auszugeben versucht.
Bevor ihr aber fragt, wie denn der zweite Versuch einer Leinwand-Adaption des endsgeilen Lightgun-Shooters geglückt sei, lasst mich bitte feststellen, dass dieser Streifen hier rein gar nix mit dem Game zu tun hat. Null. Nix. Nada. Gar nichts. Außer Zombies natürlich.

Gut, da wir das geklärt hätten, können wir ja loslegen, dieses im Vorfeld bereits mit miserabelsten Kritiken überschwemmte Machwerk näher unter die Lupe zu nehmen:
Beginnen tut der Streifen allen Meinungen zu trotze richtig, richtig gut. Hochwertig eklige Zombiekostüme, 1a Make Up, akzeptable Standard-Charaktere, coole Sprüche, während einem das Hirn um die Ohren spritzt, und, und jetzt kommt’s, oberaffentittengeile, vollbusige und „Baywatch“-mäßige Weiber, die als Ficknutten in klitzekleinen Nebenrollen untergebracht sind, die entweder in knappen, Nippel betonten Tops und Bikinis, oder gleich ganz nackt durch die Gegend steuern und von den Protagonisten Sprüche provozieren wie „Sie ist ne Schwanzgarage und ich stell ihn irgendwann bei ihr rein“. Echt zum Schießen…

Ich hab mich folglich auf ein lockerflockiges B-Zombie-Happening im Stile von „Dead & Breakfast“, „Shaun“ oder „Return of the Living Dead“ eingestellt und es wären auch alle Voraussetzungen dafür gegeben gewesen:
- dumpfe, schießwütige Marines, die ihren Waffen Mädchennamen geben und wie aus „Alien 2“ oder „Full Metal Jacket“ kopiert wirken
- heimliche Andeutungen und Verarschungen, z.B. wird einmal der Kopf der Hilton-Schlampe zu Schießübungszwecken missbraucht
- nette FX in guter, alter Handarbeit mit einem verschwindend geringem Einsatz von CGI
- eine faszinierende Erweiterung des Zombie-Genres mit neuer Idee: Ansteckung nicht nur mittels Biss, sondern auch mittels Mückenstich… Genial!
…insgesamt also idealer Nährboden für ein brachiales, nicht wirklich ernst gemeintes Untoten-Kaputtmach-Massaker mit fettem Augenzwinkern garniert.

Doch leider hat der Hase die Schildkröte doch noch eingeholt:
Gegen Ende kippt der Spannungsbogen nämlich fast ins unermesslich Negative, da sich der Plot im letzten Drittel eigentlich nur noch um die Beschaffung und den heilen Transport irgend so einer verfickten Blutprobe dreht. Bei Versuch Nr. 1 geht sie verloren, folglich müssen die Protagonisten noch mal den ganzen Weg zurück humpeln und eine neue beschaffen. Versuch Nr. 2 scheitert dann leider auch…
Bla bla bla, es ist wirklich zum Mäusemelken wie krass langweilig und auch dämlich es gegen Ende noch wird: die beiden letzten Überlebenden setzen sich z.B. nur mir Messer und Axt im Anschlag gegen ein Heerschar von bisswütigen Untoten zur Wehr… und zwar mit Erfolg!!!
Ein echter Vollpfosten!
Scheint fast so, als sei der Regisseur vom Anfang, der den kongenialen Einfall mit den Tittenmäusen hatte, gestorben und von Dieter Bohlen ersetzt worden.

Sei’s drum. Ganz so unansehnlich, wie es so oft heißt, ist „House of the Dead 2“ jedenfalls nicht, er unterhält eben auf etwas andere, ungewollte Weise, ...auch wenn doch noch zu bemängeln wäre, dass der Gore alles andere als einfallsreich gehalten ist.
Geboten werden vor allem viele blutige Headshots und Bisse, krasser wird’s aber irgendwie nicht und Ausweidungen und Amputationen lassen leider auch komplett auf sich Warten.
Eine Frage drängt sich mir aber doch unweigerlich auf:
Warum um Gottes Willen läuft der Streifen unter dem Titel „House of the Dead“???
Er hat nämlich weder etwas mit dem Spiel, noch - ich hoffe, ich erinnere mich richtig – mit dem Vorgänger von Boll zu tun.
Das Teil hier würde viel besser in die „Return of the Living Dead“-Reihe passen und dies nicht, weil der Murks hier so ungefähr auf dem Niveau der letzten beiden Sequels („Necropolis“ + „Rave“) fährt,
sondern weil sich hier irgendwann rausstellt, dass die Urzombies ein Liebespärchen war, darunter auch das Kind eines Cornells.
Hätte also praktisch eine nette Quasi-Fortsetzung zu „Return of the Living Dead 3“ (dem Prunkstück der Reihe) abgegeben, zwar eine etwas enttäuschende, aber Teil 4 der „Returner“ fiel ja auch nicht wirklich umwerfend aus.

„Scheiß Zombie-Streber!“

Ich fasse zusammen:
Laues Zombie-Gebrösel, ein paar adrette Mädels, die heftigst mit dem Boody shaken und ein Plot, der von Minute zu Minute an Pep und Elan verliert… Hm, ich glaub, ich weiß, was dem Streifen fehlt. Ganz klar: ein Gangster-Rapper! Coolio oder Dr. Dre hätten meiner Meinung nach der halbgaren Zombiehetze hier gewiss gut getan…
Die beiden, Jenna Jameson, Chuck Norris, ein etwas verschwenderischer Umgang mit dem roten Lebenssaft und eine bessere Story …und schon wär's ein echt guter Film geworden.
Aber was soll’s, Fans von verwesenden Spaziergängern wird „HotD2“ mit Sicherheit wenigstens ein bisschen zusagen.
Mein Fazit daher:
Einmal Zombie, immer Zombie! Ich habe fertig…

Details
Ähnliche Filme