Review

Da hat man sein Leben und seinen guten Geschmack riskiert und einen von Uwe Bolls dilletantischen Filmen überlebt (in diesem Fall : „House of the Dead“) und als das Zittern langsam dem Vergessen weicht, ist es wie mit der heißen Herdplatte: man faßt noch mal drauf, weil man glaubt, daß „House of the Dead 2“ ja nicht unbedingt genauso schrottig sein muß.

Tatsächlich lassen die ersten 10 Minuten den Schluß zu, daß wir es mit einem nicht unbedingt intelligenten oder anspruchsvollen Untotenreißer zu tun bekommen, aber daß man sich als Videokunde noch passabel berieseln lassen kann. Da schwingen nackte Möpse durchs Bild und der wohl sträflich gelangweilte Sid Haig gibt für drei Minuten einen ruchlosen Wissenschaftler, den sein eigenes Wiedererweckungsexperiment in den Allerwertesten beißt, auf das er sich wie der komplette Campus mit ihm, darob in sabbernde Blutspucker mit hohem Infektionspotential verwandelt.

Auftritt der unvermeidlichen Spezialisten: das toughe Fightbabe „Nightingale“ (schnorch!), dargestellt von Brünettchen Emmanuelle Vaugier und der alte „Eureka“-Spezi Ed Quinn als bruder-verloren-habender Ellis, die natürlich mit der begleitenden Militäreinheit aufgrund von Rang-Rangeleien gleich mal die Läufe kreuzen. Kein Wunder, den Ex-Rapper und Ex-TV-„Blade“ Sticky Fingaz führt die Gruppe, die nicht nur sträflich unterbesetzt ins Feindesland aufbricht, sondern mit einem Dicken, einem offensichtlichen Mini-Psychopathen und zwei knackigen Mädels auch noch ganz andere Probleme an der Backe hat.

Jetzt geht’s dann bergab: Diese wackeren zehn Aufrechten treten jetzt also gegen diverse Hundertschaften von sabbernden Untoten an und haben alle doch tatsächlich so ca. fünf Magazine zur Verfügung und nicht ein Gramm Sprengstoff oder Granaten. Kein Wunder also, daß man noch nicht durch drei Hecken durch ist, bis der Erste zum Snack wird.
Auch in der Folge raspelt man sich aufgrund akuter Unvorsicht durch die erste Filmhälfte, indem man den Bodycount in die Höhe treibt. Die Zombies sind freundlicherweise immer erst sehr langsam, bis sie vor einem stehen und dann rasend schnell und beißen sich auch durch Uniformen – und sogar die Mücken sind infiziert, wie man panisch feststellt – das setzt den Weltrettungsbemühungen natürlich einen Stein in den Weg.

In der Folge reihen sich dann die doofen Aktionen aneinander, als gäbe es Extrageld davor – am liebsten ist mir immer noch der Psycho, der von den Mädels ausgeknockt und an die Heizung gekettet wird (wegen Infektion!), aber von den beiden zum Zwecke baldigen Selbstmords nach dem Erwachen eine Knarre in die Hand gedrückt bekommt. Glaubt noch jemand, daß er zum Filmende etwa wieder auftaucht...wir können ja wetten...

Klasse auch der Endlosshowdown, der zur Filmhalbzeit schon den Luftschlag innerhalb von 14 Minuten ankündigt, dann zehn Minuten vergehen läßt, bis es dann noch 10 Minuten zum Luftschlag sind, die dann aber noch 30 Minuten dauern. Knorke!
Unsere beiden Hauptdarsteller schmoddern zwar hinreißend herum, stellen sich bei der Entnahme einer Blutprobe aus Patient Null jedoch zweimal so dämlich an, daß am Ende tatsächlich die Welt untergeht, weswegen der ganze Film auch absolut für den Horst ist.
Toll aber, daß beide nur mit Axt und Machete unter 20 Zombies begraben werden und jedes Mal uninfiziert wieder entkommen können, das sind die Helden von heute.
Dazwischen tauschen sie bedeutsame tragische Schicksalsgeschichten aus, die doch tatsächlich total unwichtig sind.

Immerhin sind die Tricks (bis auf den Luftschlag, juhaha, wohl auf nem alten Atari getrickst) mit den lebenden Leichen ganz ordentlich, die Suppe läuft und Gulasch fliegt auch herzerfrischend viel durch die Gegend, das sollte den anspruchsarmen Fans schon genügen, sofern sie den Ton besser ganz runter drehen. Gedreht hat man das alles übrigens hauptsächlich in ein paar netten Kellergeschossen einer angeblichen Uni, die interessanterweise Einrichtungen für Seuchenpatienten hat, das nenne ich mal Investitionen von Sponsorengeldern.
Insgesamt leider wieder ein kreuzdoofer und sinnloser Leichenreißer, der inhaltlich ununterbrochen auf der Stelle tritt, aber tatsächlich für 10 Sekunden einen Bezug zum ersten Teil herstellt. Dennoch lohnt der Griff nur, wenn man wirklich jedes Eingeweide-Chili daheim in die Vitrine stellt. (2/10)

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