Review

Überreste einer Zivilisation

Da veranstaltet dieser verrückte Graf Zaroff in King Kongs Vorgarten einfach eine Menschenjagd noch der anderen... „The Most Dangerous Game“ wurde in den Kulissen des Riesenaffen-Blockbusters gedreht und ist einer der besten „recycelten“ Filme der Geschichte. Ein enorm einflussreicher Film, in dem ein diabolischer Graf auf und um seine Festung auf einer einsamen Insel seiner Leidenschaft, der Jagd, nachgeht. Blöd nur für die Beute, bzw. interessant für uns Zuschauer, dass ihm Tiere zu langweilig geworden sind und er stattdessen nun Menschen wortwörtlich ins Visier nimmt...

Von „Hard Target“ über „Running Man“ oder Panem bis „Hostel“ - die Liste an Filmen, die diesem Klassiker etwas schulden, ist ellenlang. Und selbst da müsste man unglaublich klein drucken. Das komplette Survival-Subgenre entspringt genau hier. Und allein deswegen ist dieses tödliche Spiel Pflichtprogramm. Doch ein Film muss natürlich auch neben seinem Einfluss noch Qualitäten haben. Und die hat Schoedsacks B-Movie-Abenteuer reichlich. Die knackige Laufzeit wird engmaschig gefüllt, der Graf ist ein extrem charismatischer Bösewicht und die philosophischen und moralischen Fragen über die Jagd und das Recht zu Leben, hallen nach. Zudem können die Kong-Kulissen natürlich was, auch im zweiten Durchlauf, und die Grundidee muss die Leute damals in den Grundfesten schockiert haben. Zumindest diese zu sehen, da es ja schon eine literarische Vorlage gab, die ebenfalls solide getroffen wurde. „The Most Dangerous Game“ hat die Spannung gepachtet und sich gut gehalten.

Fazit: King Kong war human dagegen - dieses morbide Horrorabenteuer ist der Urahne aller Manhunt-Filme und noch immer absolut sehenswert. Atmosphärisch, düster, psychologisch und moralisch wertvoll. Ein gefährliches Spiel, das seinen Reiz noch lange nicht verloren hat...

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