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Basierend auf der Kurzgeschichte „The Most Dangerous Game“ von Richard Connell entstanden diverse Filme, die sich mit dem Thema der Menschenjagd auseinandersetzen. Die Qualität der Umsetzungen schwankt dabei zwischen gelungen und schrottig. Der vorliegende Film kann dabei für sich in Anspruch nehmen, die erste filmische Umsetzung dieser Geschichte zu sein und zu den geglückten Adaptionen zu zählen.
Als Schiffbrüchiger landet Robert Rainsford auf einer Insel, die von dem mysteriösen Graf Zaroff bewohnt wird. In seiner Festung aufgenommen, trifft Robert bald auf Überlebende weiterer Schiffsunfälle. Bald dämmert ihm, dass der sie umsorgende Gastgeber nichts Gutes mit ihnen im Sinn hat.

Falls manche Kulisse bekannt vorkommt, so ist dies keine Einbildung. „The Most Dangerous Game“ wurde in den Sets des Klassikers „King Kong“ (1933) gedreht, sogar das Ensemble vor und hinter der Kamera überschnitt sich. Bei beiden Filmen führte unter anderem Ernest B. Schoedsack Regie, hier zusammen mit Irving Pichel. Auf Seiten der Darsteller fallen Fay Wray und Robert Armstrong auf, die sich ebenfalls mit dem Riesenaffen auf der Leinwand auseinander setzen sollten. Joel McCrea als Rainsford ist insgesamt eher blass, wobei die Charakterentwicklung aufgrund der Laufzeit von gerade mal knapp 63 Minuten keinen Platz bekommt. Star des Films ist Leslie Banks als Menschenjäger Zaroff, seine bedrohliche Art bleibt haften.

Aufgrund der Spieldauer verplempert der Film nicht viel Zeit und arbeitet das Szenario recht straff ab. Trotzdem dauert es bis zur Jagd eine Weile und diese ist dann zwar auch stellenweise flott, aber nicht so recht aufregend inszeniert. Dazu wird sie auch noch von Max Steiners Musik überdröhnt.
Trotzdem bietet der Film eine schön-schaurige Atmosphäre, die auch heute noch wirkt. Das mag mithin daran liegen, dass sich das Szenario ernst nimmt – abseits der überzogenen versoffenen Launigkeiten der Figur Martin Trowbridge, welche sich aber auch erledigen.

Die kurze Laufzeit geht letztlich aber auch auf Kosten der Tiefe und spielt das Szenario dramaturgisch nicht derart aus, wie es möglich gewesen wäre. Andererseits umschifft man so auch manch bremsenden Ballast. Ein diabolischer Leslie Banks sticht aus dem sonst zweckdienlichen Ensemble heraus. Als Klassiker und Begründer des Manhunt-Genres besteht „Graf Zaroff“ auch heute noch und ist für Interessierte absolut sehenswert.


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