Die Hippiedame aus dem See
Eine nahezu vergessene Slowburnsensation haben wir hier! „Let's Scare Jessica To Death“ erzählt von einer soeben aus der Psychiatrie entlassenen jungen Frau, die in einem abgelegenen Haus am See samt zwei männlicher Freunde und einer fremden, mysteriösen Hausbesetzerin scheinbar einen geistigen Rückfall erlebt - oder spielt hier jemand ein perfides Psychospiel?!
Sieht den Geist vor lauter Räumen nicht
Abseitig. Atmosphärisch. Anderweltlich. Alles Adjektive, die auf „Let's Scare Jessica To Death“ zutreffen. Immer etwas off, ganzheitlich sehr scary für mich. Einer dieser Mitternachtsgeheimtipps, die man nicht vergisst und die tief unter die Haut kriechen. Ein Slowburner, der zeigt wie es geht. Sehr unangenehm, immer fies und unterschwellig. Einer der krassesten Filme, wenn es um's „Verrücktwerden“ und die innere Logik eines Menschen geht. Am nächsten noch an sowas wie Gothic Horror, „Repulsion“ oder „Carnival of Souls“, aber im Grunde sein ganz eigenes Biest. Es tickt, es windet, es spricht mit sich selbst. Die Wände kichern, die Winde verschwören sich, die Wunden reißen auf, die Finten sitzen, die Krankheit bleibt. Ein grandioser Film, ich kann es nicht anders sagen. Irgendetwas stimmt hier nicht. Irgendetwas hängt hier immer schief. Ein großes Stück Psychologie, Horror und menschliche Abgründe. Erhaben. Erschreckend. Technisch einwandfrei und gewieft. Menschlich erschütternd. Viel mehr Fantasie, handfester Horror und Monströses als es der Titel erahnen lässt. Die Hauptdarstellerin ist bombe. Unfassbar attraktiv und sensibel. Der Schauplatz ist Gänsehaut pur. Die Dorfbewohner creepy as heck. Die Klangwelten tun weh und lassen meine Ohren fiepsen. Die Laufzeit ist lobenswert kompakt. Insgesamt ein einwandfreies Schmankerl. Sachte Siebzigerschocksensation der Deluxeklasse.
Fazit: ein Grusel-Psycho-Brett, das es zu bohren lohnt, egal wie widerspenstig und fett das Teil scheint… Atmosphärisch absolut adelig!