Review

Von einem brauchbaren Slasher bleibt hier nicht viel, so witzlos wie ein „Klopf, Klopf“ – „Wer ist da?“ treffen Killer und Opfer aufeinander und man muss schon derbe Abstriche machen, wenn es um Belange wie Spannung, Atmosphäre und blutige Morde geht.
Und anders als moderne Wegbereiter wie „Scream“ nimmt sich dieser verdammt ernst.

Potentielle Opfer sind ein paar namenlose Idioten an einer Low School, die außer Sex und Football nicht viel in der Birne haben. Alle verbindet eine Tat, die deren Väter vor Jahrzehnten begangen haben und nun ist es an einem Cop im Rentenalter, die Mordreihe aufzuklären.

Dieser Ex-Cop dient einzig als Sympathieträger, während dessen Enkelin, die zum Showdown im Visier des Killers steht, überhaupt keine Heldenfunktion einnimmt und nur zu Beginn ein paar Szenen hat.
Als Sidekick des Weißhaarigen dient eine toughe Lady, die natürlich nicht ohne Hilfe des Erfahrenen zurechtkommt, wobei sie sich anfangs überhaupt nicht mögen und erst nach einigen Drinks in einer Bar Kontakt knüpfen.
Dennoch verläuft die Aufklärungsarbeit eher schleppend, damit der Schlächter einen entsprechend hohen Bodycount vorweisen kann.

Nur leider fehlt sämtlichen Mordszenen ein ordentlicher Spannungsaufbau, man weiß mit jedem Szenenwechsel, wo der Killer lauert und wann er sein Opfer packen wird.
Genauso unspektakulär wie sein Erscheinungsbild, welches dem von Leatherface nahezu 1:1 ähnelt, zeigt sich letztlich auch der Einfallsreichtum seiner Taten, die insgesamt, durch Wackelkamera in schnellen Schnitten, kaum graphische Gewaltbilder zulassen.
Vom Messerstich im Hals über Arm ab und Enthauptung deuten sich die meisten Taten lediglich an oder man erhält einen flüchtigen Blick auf zugerichtete Leichen.

Und so schleppt man sich von Recherchen in der Bibliothek über einen Debilen, der mit Puppen Taten nachstellt und mehr weiß, als er zunächst zugibt. Dazwischen eher nervige Figuren, denen man kaum nachtrauert, weil es völlig an einem vorübergeht, ob der Quotenfarbige nach dem Training in der Kabine geholt wird oder eine ihr Schicksal in der Autowerkstatt ihres Vaters besiegelt, - alles furchtbar austauschbar und ohne Gefühl für Feinheiten.
Die obligate Zutat einiger Halbnacktszenen kann demgegenüber rein gar nichts ausgleichen.

Entsprechend läuft der Showdown in allen Belangen so ab, wie man sich das bereits nach einer Viertelstunde Laufzeit ausmalen konnte: Eine vorhersehbare Konfrontation ohne Überraschung mit einem ausgeprägten Mangel an Drive.
Dass dabei die unsäglich schlechte Porno-Synchro, die den komplett untalentierten Darstellern nicht gerade zu Sympathien verhilft, bleibt ebenso wenig aus, wie die Auswahl der austauschbaren Lokalitäten, die zu keiner Zeit Atmosphäre entfalten können.

Am Ende bietet „Knock Knock“ also nichts weiter als austauschbare, überhaupt nicht originelle Massenware, die den Genrefreund, bis auf ein paar kleine Mordszenen, kaum begeistern dürfte.
Ein Mitfiebern bleibt komplett aus, Mitdenken ebenfalls und bei alledem bemüht man sich erst gar nicht, die zahlreich vorhandenen Klischees mit Augenzwinkern zu versehen.
Vergessenswert dröges Zeug,
3 von 10

Details
Ähnliche Filme