„Operation Delta Force“, die vierte: Nachdem Sam Firstenberg den ersten Teil inszeniert, ließ Nu Image für jeweils zwei Sequels Yossi Wein und Mark Roper ran, hier ist noch mal Roper am Zuge.
Gleich zu Beginn gibt es mal wieder die Delta Force unter der Führung von Captain Skip Lang (Greg Collins) im Einsatz, dieses Mal müssen Geiseln aus der Gewalt von serbischen Entführern freigeschossen werden, welche diese nach Erreichung ihrer Ziele töten wollen. Das gibt Platz für ein nettes Auftaktgeballer, das auch kurz die fünf Reißbrettcharaktere, aus denen die Delta Force besteht, vorstellt.
Gleichzeitig nehmen Wissenschaftler jedoch seltsame Erdstöße wahr, die zu regelmäßig kommen, um natürlich sein zu können. Das hängt mit einem Regierungsprojekt zusammen, an dem auch der Oberbösewicht des Films beteiligt ist. Wie man sich denken kann, geht es dabei um künstlich erzeugte Erdbeben, womit der Fiesling wie Mischung aus Bondschurke und dem Bösewicht aus „Alarmstufe: Rot 2“ rüberkommt.
Doch das fiese Subjekt benötigt Plutonium und die Delta Force wird darauf angesetzt, seine Ladung abzufangen, woran man sich mit aller Verbissenheit macht. Denn hier stehen Millionen von Menschenleben auf dem Spiel...
„Operation Delta Force IV“ hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Im Gegensatz zu vielen anderen Nu Image Actionern dieser Periode verzichtet man auf exzessiven Stock Footage Einsatz (nur ein paar Fahrzeugaufnahmen gegen Ende sind entliehen) und billige CGI-Tricks, sogar der im Hintergrund tönende Instrumentalscore ist ganz ordentlich. Mark Roper inszeniert ordentlich und man übernimmt die Prämisse des guten ersten Teils, nämlich eine Art Non-Stop-Hetzjagd zu bieten. So wird nach der Exposition (inkl. Auftaktgeballer und der obligatorischen Übungssequenz) erst mal lange der Plutoniumtransport gejagt, ehe man sich im letzten Drittel durch einen besetzten Staudamm schleicht und schießt.
Leider entwickelt „Operation Delta Force IV“ dabei nie den Drive des Originals, zwischen den Actionszenen ist immer wieder kurz Langeweile angesagt. Vollkommen uninteressant der Versuch von Charakterisierungen, McKinney (Joe Lara) hat keine lebensrettende Angst mehr, weshalb der Satz „You need your fear!“ andauernd in dem Film fällt. Immerhin überraschend, dass hier mehrere Delta-Jungs ins Gras beißen und nicht nur die, von denen man es erwartet (z.B. weil sie über ihre Freundinnen quatschen). Eklatant fallen leider auch die Logikschwächen auf, gerade über die Straßenbahnszene breitet man besser den Mantel des Schweigens, ebenso die Tatsache, dass die Delta Force als Scharfschützengewehre bloß läppische Karabiner mitschleppt.
So konzentriert man sich besser auf die Action, die es auch in ordentlicher Menge gibt. Herausragende Shoot-Outs bekommt „Operation Delta Force IV“ dabei leider nicht zustande, hier ist es eher Masse als Klasse, die zählt. Jedoch ist das Geballer von Mark Roper gewohnt solide inszeniert, zumal die verschneiten Locations, in denen man sich meist mit Kontrahenten schießt, das Ostblockszenario etwas frischer erscheinen lassen.
Darstellerisch hat „Operation Delta Force IV“ wenig zu vermelden: Joe Lara zieht seine Heldennummer routiniert durch, Gary Hudson als Sanitäter und Meckerpott ist ganz OK, auch Greg Collins als Leader agiert auf ähnlichem Niveau. Der Rest der Darsteller ist dann noch unscheinbarer, aber Totalausfälle gibt es auch nicht zu verzeichnen.
Unterm Strich bleibt solide mittelmäßiges Geballer für den Genrefan, mit hanebüchenen Logikschwächen, aber ganz ordentlicher Inszenierung. Trotzdem bleibt der erste Teil der „Operation Delta Force“-Reihe der einzige überdurchschnittliche.