Review

Das hat uns gerade noch gefehlt: Ein Teenie- Rip- Off zu „Night of the living dead“ in Form eines billigen Amateurstreifens.
Und weil das alles noch nicht genug ist, engagiert man einen dicken Ex-Pornodarsteller, den man in Schmuddelfilmchen offenbar nicht mehr sehen will (und noch nie sehen wollte).
Denkbar schlechte Quintessenz, wenn ausgerechnet der von all den Anfängern am Set noch die glaubwürdigste Vorstellung abliefert.

Der Schauplatz besteht eigentlich nur aus einer etwas größeren Hütte und einen Friedhof.
Hier sind nämlich zwei Grabräuber unterwegs (der eine ist Pornowampe Ron Jeremy), um an ein sagenumwobenes Amulett zu kommen, dass sich in irgendeinem Sarg befindet.
Doch beim Entwenden des Prachtstücks wird einer der Diebe von der Leiche in den Arm gebissen und kurz darauf erheben sich die Toten aus ihren Särgen.
Die Tunichtgute flüchten zu einer nahe gelegenen Hütte beim Friedhof, wo soeben eine Gruppe Jugendlicher Zwischenstation macht.
Der Rest ist klar: Opfer drin, Zombies draußen.

Als Hommage an Romeros Untoten-Klassiker möchte ich dieses Werk aber beileibe nicht bezeichnen, auch wenn das bekannte Zitat „Sie werden dich holen Barbara“ einmal mehr verwendet wurde.
Das geht schon eher in Richtung Zombie-Trash meets Teenie-Slasher und das auf recht niedrigem Niveau.

Natürlich erfolgt keine Charaktereinführung, die Typen kommen in der Hütte an, es wird geflachst, zwei verziehen sich gleich nach oben, wo der Zuschauer in endlos wirkenden Zwischenschnitten ein harmloses Liebesspiel verfolgen kann, die Grabräuber tauchen auf, mit ihnen die Zombies, es wird halbherzig verbarrikadiert und bald in Hysterie übergegangen.
Viel geschieht aber trotzdem nicht.

Zwischendurch fällt zwei Typen ein, dass sie ja ganz gute Sportler sind und somit mal eben einen Hindernisparcours hinlegen können, um an die beiden zur Verfügung stehenden Fahrzeuge zu gelangen, - da gibt es dann wenigstens ein paar Enthauptungen und Bodychecks gegen Zombies und es ist etwas Bewegung drin.

Neben den Zombies gibt es noch einen Vampir, der locker dem Sonnenlicht entgegenblickt und mit Kreuzen in welcher Form auch immer, nichts anzufangen weiß.
Dieser ursprüngliche deutsche Priester, der Teufel hieß, so erzählt Ron Jeremy, soll vor ein paar hundert Jahren als Vampir einen Satanskult gegründet haben (Bruderschaft der Verdammten, hihi) und mit ihm starben all seine Anhänger.
Nun also die Rache der Satansjünger.

Die Zombies sehen ja noch gar nicht mal so übel aus und sind variabel gestaltet worden, da reicht die Palette von einer Nackten, über eine Braut, bishin zu einem Baseballspieler-Kind.
Aber ihre Aktionen wirken weder bedrohlich, noch ist ihr Treiben in irgendeiner Art und Weise atmosphärisch, - wie auch, wenn ständig diese Crossover-Klänge mit Auskotz-Stimme untergelegt werden.
Es werden zwar ein paar Köpfe abgeschlagen und untereinander Innereien gereicht, aber die Effekte sind allenfalls Mittelmaß, allzu viele gibt es auch nicht zu bestaunen.

Klar ist dies ein billigst produzierter Streifen mit Freunden und Bekannten, aber die Kamera muss ja nicht immer dermaßen wackeln, dass innerhalb eines Tumults nichts als Unschärfe bleibt. Den Dreh mit der richtigen Position hat der Kameramann zumindest noch nicht drauf.
Richtig üben müssen aber vor allem auch die Darsteller. Porno-Jeremy spielt seine Rolle trocken und ohne Beanstandungen, die Teens hingegen muss man nicht einzeln beim Namen nennen, - die sind allesamt unbedarft schlecht.
In diesem Zusammenhang fällt einmal mehr die miese Synchro auf, nicht die Stimmen, die sonst immer mit falscher Betonung nerven, sondern neue, die fast noch schlimmer und noch unbeholfener klingen.

Etwas unbeholfen wirkt am Ende der komplette Film von Regisseur John Poague.
Er bringt (bis auf die angedeuteten Pimperszenen) zwar ordentliches Tempo in die Sache, der Rest ist aber kaum der Rede wert.
Furchtbare Dialoge ohne einen Funken Verstand, eine Zeitlupe von einem Sprung aus einem Dachfenster ins Stroh (Höhe: 2 Meter…) und Zombies, die sich im Namen ihres Vampirmeisters einen Weg in die Hütte oder die Gedärme der Flüchtenden suchen.
Ach, und eine Erklärung für die Geschichte der Hütte (die auf den Zuschauer alles andere als bedrohlich wirkt) gibt es auch noch, ein bisschen Shining muss sein.

Okay, ich habe mich schon mal mehr gelangweilt, eine Empfehlung ist „The Wickeds“ aber definitiv nicht wert. Allenfalls für Ron Jeremy Fans (!).
Denen sei anbei gesagt, dass der gleiche Regisseur einen weiteren Film mit Jeremy veranstaltet hat, weiß der Deibel, was die beiden miteinander verbindet, ich will´s gar nicht wissen…
Knapp
3 von 10

Details
Ähnliche Filme