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Während der Beisetzung des bei einem Flugzeug-Unglück ums Leben gekommenen Oliver Ramsey dringt schallendes Gelächter aus dessen Sarg, welches die anwesenden Trauer-Gäste und vor allem Cecil Ramsey, den Bruder des Verstorbenen, erschaudern lässt. Kurz darauf treibt eine mysteriöse Gestalt mit einer Totenkopf-Maske ihr Unwesen und ermordet mehrere Menschen mit einem giftigen Skorpion-Ring, der sich im Besitz des Toten befunden hatte, aber an der Absturz-Stelle nicht gefunden wurde. Ist Oliver etwa als Zombie wieder von den Toten auferstanden? Zumindest Cecil glaubt fest daran, dass sein Bruder aus dem Jenseits zurückgekehrt ist, um sich an ihm zu rächen und steht kurz davor, endgültig den Verstand zu verlieren. Der in dem mysteriösen Fall ermittelnde Inspektor Higgins von Scotland Yard muss sich sputen und dem unheimlichen Mörder das Handwerk legen, bevor die Zahl der Opfer noch weiter steigt. Die Sensations-Reporterin Peggy Ward wittert derweil eine heiße Story und mischt sich kräftig ungefragt in die Ermittlungen ein... Mit "Im Banne des Unheimlichen" besinnt sich Alfred Vohrer innerhalb der heutzutage ja allgemein etwas weniger wohlgelittenen Farbfilm-Phase der hiesigen Edgar Wallace-Adaptionen ziemlich deutlich auf die Stärken der frühen Schwarzweiß-Streifen, schreibt in Sachen Gruselkrimi das "Gruseln" ziemlich groß und sorgt damit inszenatorisch zumindest doch nochmal für ein kleines Ausrufezeichen: Ein paar dezent Bava-esk anmutende Ausleuchtungen verleihen den gewohnt scheußlichen End-60er-Dekors da fast schon ein psychedelisches Flair und die Nebelmaschine schiebt Überstunden, um auch garantiert die passende Atmosphäre zu erzeugen. Der Inhalt ist derweil als pure Murder-Mystery mit Body-Count-Gehabe ziemlich nah ans Horror-Genre rangerückt und sorgt dafür, dass das Ganze neben den damals im Aufkommen befindlichen italienischen Vertretern dieser Sparte durchaus bestehen kann. Zudem hat "Im Banne des Unheimlichen" auf jeden Fall eine der einprägsamsten Bösewicht-Verkleidungen der Reihe parat, die später sogar Oliver Kalkofe zu dem Outfit der Titel-Figur seiner Wallace-"Wixxer"-Parodien inspiriert hat. Das Ergebnis ist schierer Pulp, der das Publikum mit einigen kuriosen Einfällen und steter Whodunit?-Spannung bei der Stange hält und das alleine schon deshalb erwähnenswert ist, weil Joachim Fuchsberger hier zum letzten Mal in einem nach "klassischer" Manier gefertigten Beitrag den Scotland Yard-Inspektor Higgins zum Besten gibt (und den späteren Giallo-Ausläufer "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" ignorieren wir mal geflissentlich!). Fazit: Kein absolutes Highlight der Reihe, aber doch eines der besseren bunten Wallace-Filmchen!

6/10

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