Seit seinem Kinoeinsatz in „Cradle 2 the Grave“ war es dunkel um Mark Dacascos, die meisten seiner Filme bekamen kein großes Release und erst mit „Die Jagd auf Eagle One“ darf der Mann wieder in die DVD-Regale unserer Videotheken tapern.
Das Budget war sichtlich knapp, was man von Anfang an vor allem an den Flugszenen merkt. Mit Farbfiltern, Wackelkamera und ähnlichem Schnickschnack bügelt Regisseur Brian Clyde dieses Manko zumindest teilweise aus, doch man merkt schon, dass in den Szenen, in denen Helikopter über die Philippinen donnern Einfallsreichtum gefragt. Auf den Inseln haben sich nämlich Rebellen verschanzt, mit denen die einheimischen Streitkräfte nicht fertig werden.
Weil die Radaubrüder aber mit der Al Quaida sympathisieren, schreitet die Weltpolizei USA ein und schickt Spezialeinheiten los, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Bei den Pressegesprächen, die General Frank Lewis (Rutger Hauer) mit Reportern hält, kann man sogar Anflüge von Kritik an derartiger US-Politik hören, die jedoch durch die bösartige Charakterzeichnung der folternden und mordenden Rebellen gleich zunichte gemacht werden.
Ein Spezialeinheit soll via Hubschrauber ins Landesinnere fliegen und den philippinischen Warlord ausschalten, doch der Hubschrauber (Rufname: Eagle One) wird abgeschossen. Da man die Rettungshubschrauber auch vom Himmel putzt, sollen nun Landtruppen zur Rettung der Überlebenden vorstoßen…
In vielen Szenen lehnt sich „Die Jagd auf Eagle One“ stark an „Der Soldat James Ryan“ und „Black Hawk Down“ an (von den ähnlichen Prämissen in der Story mal ganz zu schweigen), wobei dies vor allem auf die Action zutrifft. Mittendrin statt nur dabei ist hier das Motto und so ist die Handkamera stets nah am Geschehen, sorgt für wackelige Bilder ohne Hochglanzoptik und beschert so atmosphärisch ordentliche Action. Ist die erste Hälfte noch actionarm (von der Landszene am Strand mal abgesehen), so geht es dann ab der Erstürmung eines Rebellendorfes deutlich mehr rund bis zum recht ausgiebigen Showdown. Ähnlich wie in den großen Vorbildern überzeugt das realistische Vorgehen der Marines (Verteilung von Spezialaufgaben, Stellungen suchen usw.), weshalb die Action zwar nicht übermäßig spektakulär ausfällt, aber viel Flair hat.
Flair ist sowieso der große Pluspunkt von „Die Jagd auf Eagle One“: Der Dschungel kommt echt atmosphärisch herüber und sorgt für Stimmung. Da verzeiht man auch die Guerilla-Klischees, wenn der einheimische Überlebende des Absturzes vom Warlord dahingemetzelt wird und Pilotin Amy Jennings (Theresa Randle) nur am Leben bleibt, weil man unter Folter Statements erzwingen will, mit denen man die USA vor der Weltpresse diskreditieren will. Dafür sprechen die Guerillas stets in ihrer Sprache (mit Untertiteln) und nicht auf Englisch, was im Gegensatz zu diversen anderen B-Movies noch mal für realistisches Flair sorgt.
Während Action und Atmosphäre stimmen, ist es leider mit der Geschichte nicht weit her. Von großer Spannung kann keine Rede sein, am guten Ende sowie dem Überleben aller Hauptfiguren besteht kein Zweifel. So langweilt vor allem die erste halbe Stunde etwas, ehe dann die verstärkte Zahl von Feuergefechten von der Standardstory, die kaum Plottwists bietet, ablenkt. Dank der knappen Laufzeit von 85 Minuten inklusive Abspann schlägt dieses Manko aber nicht allzu übel durch.
Mark Dacascos ist in dieser Rolle aber etwas verschwendet: Er spielt ordentlich, doch als Leader des Rettungstrupps bleibt seine Rolle beliebig, fast austauschbar und von seinen Kampfsportfähigkeiten gibt es auch nichts zu sehen. Auch Rutger Hauer als General liefert mit wenig Screentime nur besseren Durchschnitt ab, doch die Nebendarsteller sind OK und Theresa Randle kann ziemlich gut spielen, womit sie noch den besten Eindruck hinterlässt.
Der allgemeine Aufwärtstrend des B-Actiongenres macht sich auch in „Die Jagd auf Eagle One“ bemerkbar, denn realistisches Flair und ausgiebige Feuergefechte sorgen für Laune. Aufgrund der spannungsarmen Story kann „Die Jagd auf Eagle One“ allerdings nur ganz knappe 7 Punkte einstreichen.