Das Action B-Movie ist ganz klar im Aufwärtstrend, nur von " Die Jagd auf Eagle One " hätte ich mir deutlich mehr erhofft. Besser gesagt ich hätte es mir für Hauptdarsteller Mark Dacascos gewünscht, welcher nach dem Auftritt in " Born 2 Die " in der Versenkung verschwunden war. Hiermit meldet er sich zurück, gerade mal Durchschnittsware. Regisseur Brian Clyde kann man hier die geringsten Vorwürfe machen, denn das wirklich sehr knapp bemessene Budget spricht für sich und fällt zudem oft auf. Eher sollte man sich fragen was Michael Henry Carter sich beim Schreiben des Drehbuchs gedacht hat, vielleicht wäre dann auch eine passendere Rolle für Dacascos herausgekommen. Ganz klar gibt es schlechtere B-Movies, doch das einmalige Ansehen reicht hier völlig aus.
Story:
Die Helikopterpilotin Amy Jennings ( Theresa Randle ) ist mit ihrem Helikopter abgestürzt und in die Hände der Rebellen geraten. Um sie zu befreien holt man sich Lt. Matt Daniels ( Mark Dacascos ) und seine Einheit. Unter der Leitung von General Lewis ( Rutger Hauer ) werden sie zum Rebellencamp gelotst. Allein schon der Marsch durch den Dschungel erweist sich als gefährlich, denn die Rebellen sind deutlich in der Überzahl. Auch ihre Hauptfestung scheint uneinnehmbar, da müssen die Marines ihre schwersten Geschütze auffahren. Währenddessen wird Amy gefoltert.
Die Story ist schon arg schwach. Man nimmt sich mal wieder die Al Kaida vor und lässt dabei kein Klischee aus. Das fängt allein schon bei den Rebellen an, welche Amy foltern um von ihr ein Geständnis auf Video festzuhalten. Doch sie bleibt natürlich stark und verteidigt ihr tolles Amerika. Auch der Patriotismus wirde hier wieder großgeschrieben. " Marines lassen einander nie im Stich " lautet das Motto und vor jedem neuen Auftrag wird " Hurra " gerufen. Ganz peinlich ist Daniels Tränenausbruch am Ende, grenzt schon an eine Parodie.
Was ich dem Film gutschreibe ist, dass mal nicht im Ostblock gedreht wurde, sondern auf den Philipinen. Der Dschungel kommt recht atmosphärisch daher, nur mit der nervigen Wackelkamera hätte man sich etwas mehr zurückhalten können. Die Dörfer und Stellungen der Rebellen können sich ebenfalls sehen lassen und wirken angenehm authentisch zu den 80er Jahren. Der Score pendelt sich auf dem Mittelmaß ein, kommt ab und an zu patriotisch daher, klingt aber nicht übel.
Immerhin gibt es kaum Längen, denn die Action tritt zahlreich auf. Shootouts dominieren hier, sonst gibt es gar nichts. Das ist auch das Problem, denn es wird geballert ohne Ende und ein Shootout gleicht dem Nächsten. Es ist immer das Selbe, wobei die Inszenierung solide bleibt. Die Waffen haben einen sehr realistischen Klang und es kracht ganz ordentlich. Das kleine Budget macht den Explosionen meist einen Strich durch die Rechnung, denn die sind alles andere als spektakulär, oft viel zu klein, oder mit CGI verfeinert. Genau das gilt auch für die Helikopterszenen. Mit Wackelkamera, Nahaufnahmen und ich fürchte auch mit Stock Footage, versucht man die Not zu übertünschen, was auch teils passabel funkioniert. Man greift immerhin nicht auf Computerspiele zurück.
Was ich zusätzlich nicht vestehe, warum zum Teufel lässt man Dacascos nur rumballern und nicht mal fighten, das hätte den ganzen Film gleich aufgewertet und wäre eine Abwechslung zu den ständigen Ballereien gewesen.
Zudem hat man Mark Dacascos hier die falsche Rolle angedreht. Er agiert solide, vielleicht etwas hölzern, dabei kann er wesentlich mehr. Haudegen Rutger Hauer ist als General mit dabei und deutlich an der Spitze der Darsteller steht Theresa Randle, welche ihre Rolle am besten herüberbringt.
Fazit:
Hiervon hab ich mir mehr erhofft. Ist nicht mehr als Durchschnittsware mit sehr schwacher Story und den üblichen Klischees. Die vielen Shootouts sind ganz gut umgesetzt, wobei die Budgetknappheit oft zu sehen ist. Die Kulisse kommt ziemlich atmosphärisch daher, wobei die Darsteller ausreichen. Längen kann man meist vermeiden, doch die Action bleibt die ganzen 85 Minuten lang gleich. Kann man sich einmal anschauen, dann ist Ende Gelände.