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Verdammt launiges Trivialkino mit orientalischem Flair, nach Sax Rohmer, produziert von Harry Alan Towers, inszeniert von Don Sharp. Ein Folm wie ein Groschenroman.

Superschurke Dr. Fu Man Chu, mit steinerner Entschlossenheit gespielt von der chinesischen, mir bislang unbekannten Leinwand-Legende Lee Christop-her, strebt nach der Weltherrschaft. Oder so. Irgendwie kommt nicht so genau raus, was er eigentlich will. Aber Mann, ist der böse! Menschenleben bedeuten ihm nichts, seine Schergen erdrosseln ihre Opfer mit tibetischen Gebetstüchern, seine gehorsame Tochter (Tsai Chin) führt seine Befehle widerspruchslos aus & Verräter werden in einer Kammer ersäuft & in der Themse entsorgt. Zwar wird der fiese Doktor bereits zu Beginn hingerichtet & verliert seinen stolzen Kopf mitsamt dem charakteristischen Bärtchen, doch das hindert ihn nicht daran, einen Chemiker (Walter Rilla) dazu zu zwingen, mithilfe einer seltenen Pflanze, der "Black Hill Poppy", ein heimtückisches Gift mit Massenvernichtungspotenzial zu entwickeln.

Sollte er sich weigern, geht’s Töchterchen Maria (Karin Dor) an den hübschen Kragen. Blacky Fuchsberger mischt auch mit & beweist Handschlag- (& Fußtritt-)Qualität, doch der eigentliche Stolperstein für den Schurken ist Sir Nayland Smith (Nigel Green) von Scotland Yard. Der Streifen ist einfach herrlich. Herrlich im Sinne von herrlich doof. Also entweder ist das kriminelle Mastermind ein ziemlicher Trottel, oder er umgibt sich mit unfähigen Handlangern, die so gut wie alles verpfuschen. Irgendwo hakt es da. Jedenfalls wird er nicht müde, seine Henchmen auf unsere Helden zu hetzen, die ein ums andere Mal den Kürzeren ziehen. Fast tun sie einem leid, wenn sie wieder die Schnauze poliert bekommen oder in ihre eigenen Messer stolpern. Aber nur fast, denn dass sie daran beteiligt sind, eine ganze Kleinstadt auszulöschen, ist natürlich unverzeihbar.

Nach etwa 90 Minuten (wer die deutsche Fassung wählt, bereits nach ca. 80 Minuten) ist der kurzweilige Spaß vorbei & der Doc prophezeit mit sonorer Stimme: "The world shall hear from me again". Na, das will ich doch schwer hoffen.

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