Review

Edgar Wallace - was bringt man nicht alles mit dem Namen dieses berühmten Schriftstellers in Verbindung? 

Unzählige Romane und Verfilmungen, in deren Zentrum nebelige Moorlandschaften, gespenstische Schlösser, unheimliche und mysteriöse Mörder und raffgierige Erben stehen. 
Klassiker wie "Der Hexer", "Das indische Tuch", "Der unheimliche Mönch" zählen zweifellos zu den Höhepunkten der Wallace-Verfilmungen und leben von ihrer schaurigen Atmosphäre, ihrem schwarzen Humor und einem brillianten Ensemble, das den teilweise undurchschaubaren Krimipuzzles den letzten Schliff verleiht.

Doch nicht immer stehen mörderische Erbstreitigkeiten um eine Millionen-Hinterlassenschaft oder düstere Familiengeheimnisse im Vordergrund der Verfilmungen.
 Werke wie "Der Frosch mit der Maske", "Das Gasthaus an der Themse", "Der Zinker" oder "Das Geheimnis der roten Orchidee" waren weniger die herkömmlichen Grusel-, als vielmehr Gangsterkrimis, die sich mit den Verbrecherbanden der Londoner Unterwelt beschäftigten: 
Mädchenhandel, Rauschgiftkriminalität, Raubüberfälle - den kriminellen Machenschaften waren keine Grenzen gesetzt.

Auch Harald Reinls Verfilmung "Zimmer 13" ist viel mehr ein reiner Gangsterfilm, der sich des größten Postraubs aller Zeiten als Vorlage bedient, und die Vorbereitungen und die Ausführung eines Überfalls auf einen Geldtransport mit der Storyline um einen unheimlichen Rasiermesser-Killer kombiniert.

Waren Filme diesen Kalibers wie "Der Frosch...", "Das Gasthaus..." oder "Der Zinker" noch ansprechend atmosphärisch mit unheimlichen und gruseligen Finessen inszeniert, so mangelt es "Zimmer 13" vor allem an den Stärken, die den naiven Charme der Reihe ausmachen: 
die Story mit zwei Handlungssträngen ist zu konstruiert und dabei entsetzlich vorhersehbar. Die Mischung aus hartem Gangsterfilm und Psychothriller will einfach nicht aufgehen, es fehlt an Spannung und Dramatik und das actionreiche Finale wirkt angesichts des behäbigen Handlungsverlaufs mit unzähligen Längen einfach nur aufgesetzt.

Lichtblicke in diesem faden Krimi-Eintopf sind vor allem die komödiantischen Auftritte von Eddi Arend und Siegfried Schürenberg, wogegen Blacky Fuchsberger und Karin Dor lediglich gute Miene zum bösen Spiel machen.

Eine der schwächeren Wallace-Verfilmungen auf durchschnittlichem Niveau.

5/10

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