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Dies ist, nach "Kaal - Das Geheimnis des Dschungels", der zweite Bollywood-Film mit Horroreinschlag, der auf den deutschen Markt geworfen wird. "Dhund" ist vermutlich im Paket eingekauft worden, oder in der Marketingabteilung des Anbieters hat jemand geglaubt, man könnte, aufgrund des Titels, von der Bekanntheit des "Nebel des Grauens" Remakes profitieren. So ist denn auch die größte Überraschung des Films, das ausgerechnet bei Carpenters Gruselklassiker überhaupt nicht abgekupfert wurde, der titelgebende Nebel wabert zwar gelegentlich durch die Landschaft, trägt aber in keiner Weise zur Handlung bei. Der Hauptanteil der Story wurde bei "Ich weiß was du letzten Sommer getan hast" entlehnt, dazu etwas "Diabolisch", ein bisschen "Scream" und jeweils eine Prise "Das Grauen kommt um 10" und "Stiefel die den Tod bedeuten".
Aber der Reihe nach: wie schon in dutzenden von Slasherfilmen vorher beginnt der Film mit einem Prolog in der Vergangenheit, der den Grundstein für die späteren Geschehnisse legt. Das ist auch bitter nötig, denn in der folgenden halben Stunde werden erst mal die vier Hauptpersonen vorgestellt, was Anlass zu diversen, in diesem Fall überlangen, Sing- und Tanzeinlagen gibt. Hier fällt auf, das ein paar der Darsteller offenbar die Texte nicht richtig auswendig können, denn das geht nicht immer Lippensynchron über die Bühne. Der Film spielt sich hier im Stil der bekannten indischen Liebesromanzen mit Komödienelementen ab. Mit fortschreitender Handlung kommt dann tatsächlich etwas Spannung auf: ein irrer Stalker wird in Notwehr getötet, die Leiche muss verborgen werden (wofür allerdings eine äußerst fadenscheinige Begründung bemüht wird), auf mysteriöse Weise verschwindet der Tote, um dann, auf noch mysteriösere Weise wieder lebendig geworden, die Protagonisten zu terrorisieren. Unglücklicherweise verhalten sich die Personen dabei unlogisch oder klischeehaft, so wagt es die Cousine der weiblichen Hauptfigur tatsächlich „Hallo, wer ist da?" zu rufen, als sie mitten in der Nacht eine finstere Gestalt ums Haus schleichen sieht. Die Auflösung ist, überraschenderweise, nicht komplett an den Haaren herbeigezogen und auch ganz geschickt eingefädelt.
Der Film krankt eindeutig an der viel zu langen Einleitung und dem unglaubwürdigen Verhalten der Akteure, wobei die Darsteller auch bestenfalls auf durchschnittlichem Niveau agieren. Die Gesangseinlagen sind uninterrasant, sowohl was die Songs als auch die Choreografie anbelangt. Die Mordszenen sind effektmäßig knapp gehalten und können westlichen Vorbildern nicht das Wasser reichen. Der Streifen wirkt insgesamt zusammengestückelt, da, neben den bereits erwähnten inhaltlichen Ähnlichkeiten zu bekannten Filmen und dem Wechsel zwischen Romanze und Thriller, auch noch der Score bei "Psycho“ geklaut ist und die Prügelszenen mit Soundeffekten wie bei Jackie Chan unterlegt wurden.
Fazit: wer sich sowieso keine Bollywood-Filme ansieht, kann sich den hier getrost sparen, und ansonsten auch keinen zweiten Blick wert.

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