Manchmal gibt es Filme, die zwar spürbar billig und trashig inszeniert wurden und auch storymäßig nicht viel zu bieten haben, aber dennoch nicht in die Trash-Ecke gehören, da es eben doch einige Details gibt, die den jeweiligen Streifen, zur guten Unterhaltung machen können. Mit "Dead Eyes" haben wir so eine Art von Film. Denn billiger ist eine Inszenierung kaum denkbar und trotzdem kann man wohligen Grusel erleben.
Storymäßig ist, wie schon erwähnt, eigentlich nicht allzu viel vorhanden, auch wenn es (angeblich) eine Mischung aus Poes "The black Cat" und Thomas De Quinceys "Suspiria de Profundis" sein soll. Es geht um eine Schauspielerin, die in ihrem nächsten Film eine berüchtigte Hexe spielen soll. Die Seele der echten Hexe ist von dieser Idee aber nun überhaupt nicht begeistert und ergreift nach und nach Besitz von der Schauspielerin. Erst von ihren Träumen, später dann von ihrem Körper. Doch so einfach lässt sich das Opfer nicht unterkriegen. Zugegeben das hört sich doch alles recht trashig an und ist auch nicht wirklich logisch oder innovativ ausgefallen. Doch für einen stimmigen Grusler für zwischendurch, reicht das, mit unter recht schräge, Drehbuch dann aber doch aus.
In Sachen Inszenierung bleibt alles ebenfalls im No-Budget-Bereich. Die Maske und die Special Effects sehen allesamt wirklich mehr als billig aus und dürften wohl nicht mehr als (umgerechnet) 1,50 Euro das Stück gekostet haben. Dazu einige glühende Augen und noch so manch anderer Schnickschnack. Trash-Liebhaber kommen jedenfalls auf ihre Kosten.
Doch trotz des nicht vorhandenen Budgets, kann der Streifen für Grusel-Stimmung sorgen, was vor allem an drei Details liegen mag. Zum einen ist der Einsatz verschiedenster Stilmittel mehr als gelungen. Die eingesetzten Farbfilter (Grün, Rot, Blau und finsterste Dunkelheit) z. Bsp. können allemal für Atmosphäre sorgen. Desweiteren sind die vorhandenen Gore-Effekte ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Gar heftig wird es z. Bsp. als der Bauch einer Frau explodiert oder der Produzent, mit geöffneter Bauchdecke, zu seinem Angestellten spricht. Hier hat man wirklich Sorgfalt walten lassen und gibt dem dürstenden Splatter-Publikum das was es verlangt: Heftige Gore Effekte, von Hand gemacht und vollkommen ohne irgendwelchen Computer-Schmarrn!
Doch das wichtigste Detail ist dieses mal die exzellente Musikuntermahlung. Sowohl das ständig wiederkehrende Titel-Theme als auch der Score ansich, sind unglaublich stimmig und atmosphärisch ausgefallen und können in ihrer Art fast so gut gefallen, wie die Klänge eines John Carpenters. Genauso wie er, hält sich Komponist Vince Tempera an minimalistischste Klänge, die aber eine große Entfaltung beinhalten. Einer der besten Beweise, wie man mit nichts in der Hand, atmosphärische Klänge der besten Sorte zaubern kann.
Was die Darsteller angeht wird die übliche Horror-Kost geboten, wobei hier wirklich niemand großartig herausragt. Wirklich kennen tut man hier sowieso keinen und somit sind auch die Erwartungshaltungen nicht sonderlich hoch. Und deshalb kann man sich dann am Ende doch mit den Leistungen zufrieden geben.
Fazit: Recht trashig inszeniertes Horrorspektakel aus Italien, dessen Drehbuch zwar keinerlei Innovationen besitzt, aber für einen Grusler für zwischendurch ganz gut geeignet ist. Die billige Inszenierung stößt zwar erst mal, durch scheußlich billige Masken und dem spürbaren fehlen jeglichem Budget, etwas übel auf, doch die grandiose Musikuntermahlung, die heftigen Gore-Effekte und das passende Spiel mit den verschiedensten Stilmitteln, ergeben unterm Strich dann dennoch ein recht unterhaltsames Horrorfilmchen, welches sich Fans von Filmen wie Dario Argentos "Suspiria" etc. durchaus mal anschauen dürfen! Zumindest diese werden sicher nicht enttäuscht sein!
Wertung: 7/10 Punkte