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Als Italo-Fan fühlt man sich hier ab der ersten Sekunde wohl. Das Ganze kommt einem irgendwie sofort bekannt vor. Eine Frau geht allein durch wunderschön beleuchtete Kulissen, die von den Farben an Dario Argento Filme erinnern, und plötzlich wird sie von einer maskierten Person getötet, die genau so aussieht, wie in dem Film Blutige Seide.

Gleich darauf wird die Szene von Michele Soavi, der jedem Italo-Fan bekannt sein sollte, unterbrochen. Es ist nur eine Film-im-Film Szene und er führt bei dem Film Regie.

Das ist schon mal ein super Einstieg, gerade für Fans. Wer wenig Erfahrung mit den älteren Italo-Filmen hat, dem dürften hier ein paar Verweise auf bestimmte Sachen entgehen. Im Laufe der Story werden z.B. noch die ersten beiden Filme der Mütter-Trilogie von Dario Argento genannt, denn das hier ist ein Spin-off zu den drei Filmen (zuvor waren es zwei Filme, als dieser veröffentlicht wurde). Sogar die bekannte Musik von Goblin aus Suspiria, wird hier zweimal kurz gespielt.

Eigentlich sollte es der dritte Teil der Mütter-Trilogie werden, zu dem die Ehefrau (Daria Nicolodi) von Dario Argento die Story beisteuern sollte, aber aufgrund von diversen Problemen, wurde daraus ein etwas anderer Film. Daria Nicolodi stieg aus und der Regisseur Luigi Cozzi änderte die Story. Blöderweise musste auch noch der Filmtitel in Edgar Allan Poe’s The Black Cat geändert werden, und eine schwarze Katze sollte in ein paar Szenen vorkommen. Das wollte der Produzent, da er einen Film mit einer Katze und dem Titel liefern musste. Es kommen nur sehr wenige und kurze Katzenszenen vor, die nicht wichtig für die Handlung sind. Für mich ist das größere Problem, dass die Story gegen Ende etwas zu wirr und phantastisch wird. Es kommen sogar Weltraumszenen vor! Hatte die Cozzi vielleicht noch von seinem Film Star Crash übrig?

Cozzi sagte in einem Interview, es ist ein Sci-Fi Fantasy Horrorfilm. Ich würde den Film trotzdem als Horrorfilm bezeichnen. Das bisschen Sci-Fi und Fantasy, macht noch lange kein anderes Genre daraus.

Der Film bietet ein paar fantastisch beleuchtete Kulissen, als hätte Argento dem Cozzi alle seine Lampen geliehen, und dieser statt eine, gleich alle Lampen angemacht hat. Sieht ganz schön schräg, aber interessant aus, wenn Grün, Blau und weitere Farben gleichzeitig leuchten.

Die sehr wenigen Splattereffekte sind auch gelungen. Das Highlight ist ein explodierender Bauch, ähnlich wie im Film Astaron, der auch von Cozzi ist.

Die Hexenmaske ist ebenfalls nicht schlecht und die Szene, in der sie grünen Schleim spuckt, schön eklig.

Die Filmmusik ist gut geworden. Zwar längst nicht die Ohrwurmqualität von Goblin, oder anderen bekannten italienischen Komponisten aus der Zeit, aber mit Vincenco Tempera hatte man keinen Unbekannten. Manchmal kommen sogar Rocksongs vor, wie man es von den Argento Filmen aus der Zeit kennt. Wie ich schon schrieb, kommt dem Italo-Fan hier einiges sehr vertraut vor. Cozzi hielt sich bei dem Film teilweise an den Filmstil von Argento. Vielleicht auch deshalb, weil es ja ein Spin-off ist und eigentlich der dritte Teil der Mütter-Trilogie sein sollte.

In Nebenrollen sieht man noch bekannte Darsteller, wie Caroline Munro (Maniac) und Brett Halsey (diverse Fulci Filme), der Ende der 80er in ein paar Italo-Produktionen zu sehen war.

Fazit: Ein Film im Argento Stil, der trotz etwas konfuser Story, Italo-Fans viel zu bieten hat.








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