Review

Der Vermögensverwalter Dick Alford stolpert auf dem Anwesen seines Cousins Lord Harry Chelford über eine männliche Leiche... das jüngste Opfer des "schwarzen Abts", einer unheimlichen, vermummten Gestalt, die auf Chalford Manor umgeht. Der herbeigerufene Scotland Yard-Detective Puddler und sein Assistent Horatio W. Smith beginnen sofort mit ihren Ermittlungen. Chelforts Anwalt Chine erweist sich dabei schnell als ziemlich zwielichtiger Charakter, der plant, seine eigene Schwester Leslie mit dem Lord zu verheiraten... und selbst von dem Buchmacher Gilder erpresst wird, der dahintergekommen ist, dass Chine einen beträchtlichen Teil des Chelford'schen Vermögens veruntreut und beim Wetten auf Pferderennen verspielt hat. Den Lord selbst juckt das alles jedoch nicht, denn dieser sucht schon fast manisch nach einem Goldschatz, von dem er überzeugt ist, dass er irgendwo auf seinem Grund und Boden versteckt sein muss, während er von einer ererbten Nervenkrankheit langsam aber sicher in den Wahnsinn getrieben wird... Zwar ist "Der schwarze Abt" der vorlagentreuste Edgar Wallace-Streifen aus der Rialto-Produktion, aber deswegen nicht automatisch auch einer der besten... im Gruselkrimi-Wust der 1960er Jahre behauptet dieses Filmchen nämlich gerade mal eben so eine Position im Mittelfeld, und das auch nur, weil die neblige Atmosphäre stimmt und Sets und Locations das passende britische Flair verbreiten (obwohl nur in Berlin und Nordrhein-Westfalen gedreht wurde). Franz Josef Gottlieb, bei dem es sich von Seiten der Produzenten her auch eher um eine Notlösung für den Regie-Posten gehandelt haben muss, hinkt den bisherigen Stamm-Regisseuren der Reihe Harald Reinl, Jürgen Roland und Alfred Vohrer nämlich inszenatorisch mal deutlich hinterher und hat es zudem auch nicht gepackt, die Handlungs-Fäden der etwas verwirrenden Vorlage ein wenig zu ordnen und daraus maximales Spannungs-Kapital zu schlagen. Bereits der Einstieg in die Geschichte ist da ziemlich umständlich, was das Geflecht von Figuren und Motivationen anbelangt, durch das es erstmal durchzusteigen gilt, bevor an so etwas wie schlichte Kintopp-Unterhaltung hier überhaupt nur zu denken ist. Dass Joachim Fuchsberger, dem ja doch offensichtich die Zuschauer-Sympathien gelten sollen, dieses mal übrigens nicht in die Rolle des heldenhaften Polzisten gesteckt wurde, sondern ganz ungewohnt einen etwas ambivalenteren Charakter zum Besten geben darf, irritiert da nur noch zusätzlich. Dem "schwarzen Abt" selbst fällt dabei leider auch nur eine etwas bessere Nebenrolle zu, denn anders als ein "Frosch mit der Maske" oder "Zinker" steht dieser hier nicht im Mittelpunkt des Interesses, sondern taucht nur ab und an mal am Rande der Handlung auf... und so ist es einem dann auch fast schon egal, wer da schlussendlich unter der Kapuze steckt. So schleppt sich die Angelegenheit eigentlich mal mehr schlecht als recht bis zu dem erwartbaren Ende hin, bei dem der besagte Goldschatz dann schließlich auch noch gefunden wird, wobei man auf dem Weg dahin Eddi Arents patentierte Comedy-Nummer dieses Mal allerdings irgendwie als besonders nervig empfindet. Nun ja. Gerettet wird das Ganze wie gesagt nur durch das Setting an sich, das ja doch für den einen oder anderen gruseligen Moment gut ist, und einer wie immer stimmungsvollen Schwarzweiß-Fotografie. Fazit: Ein mittelprächtiges Edgar Wallace-Filmchen, schnell geguckt und bis zur nächsten TV-Ausstrahlung auch schnell wieder vergessen.

5/10

Details
Ähnliche Filme