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Nachdem er eine Geiselnahme in einem Atomkraftwerk, bei der der Terrorist von einer Spezial-Einsatztruppe der Polizei zur Strecke gebracht wurde, observiert hat, wird der Reporter Morgan Randall in einige merkwürdige Vorkommnisse verwickelt, die sich in einer unscheinbaren Kleinstadt zutragen. Wie es scheint, steigen dort nämlich die Toten aus ihren Gräbern und machen die Gegend unsicher und auch Morgan selbst sieht sich schon bald den Angriffen einiger Zombies ausgesetzt, zu denen doch tatsächlich auch der getötete Geiselnehmer gehört. Zu gleichen Zeit experimentiert der Nerd Jonathan mit dem defekten Laserdisc-Player seines Großvaters herum und bastelt sich aus den Einzelteilen eine Laser-Pistole, die sich hervorragend zur Zombie-Jagd einsetzen lässt. Irgendwann kreuzen sich dann die Pfade des Reporters und des Bengels und gemeinsam kommt man dahinter, dass die Zombie-Plage ihren Ursprung in einem alten, verlassenen Gefängnis hat, in dem früher ein irrer Arzt mit den hingerichteten Gefangenen sein Schindluder getrieben hat. Jonathan greift zur Strahlen-Kanone, Opa zu Pfeil und Bogen und mit gemeinsamen Kräften räuchert man die Zombie-Mischpoke schließlich aus. Ende gut, alles gut... Ein Streifen mit einer kuriosen Entstehungs-Geschichte: Ursprünglich bereits 1983 von dem notorischen Z-Grade-Filmer Brett Piper als semiprofessionelles Zombie-Filmchen unter dem Titel "Dying Day" abgedreht, mit dem sich aufgrund mangelnden Interresses von Seiten der Verleiher allerdings kein großer Reibach machen lies, ist die Chose dann irgendwann bei Independent International-Chef Samuel M. Sherman gelandet, der höchstpersönlich noch eigenes Material nachgedreht (offenbar geht der "actionreiche" Anfang mit der terroristischen Geiselnahme zur Gänze auf sein Konto) und schließlich die finale Schnittfassung erstellt hat, die nun eben als "Raiders of the Living Dead" vorliegt... und die dann doch tatsächlich Gewinn eingefahren hat. Irgendwas muss Sherman also richtig gemacht haben, als er sich das wirre Geschichtchen rund um Zombie-Auferstehungen, Mystery-Krimskrams und neunmalkluge Rotzbratzen mit selbstgebastelten Strahlen-Pistolen aus den Fingern gesogen hat, aber ich kann beim besten Willen nicht sagen, was es gewesen ist, denn als objektiver Betrachter kann man das letztendliche Schnitt-Fiasko immer noch als kaum releasefähig erachten. Dass Samuel M. Sherman nun als einziger Regisseur in den Credits gelistet ist, kann immerhin Brett Piper im Nachhinein betrachtet nur recht sein, immerhin ein schierer Schundfilm weniger in der Vita, für den er die Verantwortung übernehmen muss... ob den Mann, der Sachen wie "A Nymphoid Barbarian in Dinosaur Hell" gemacht hat, das überhaupt juckt, steht allerdings auf einem anderen Blatt geschrieben. "Raiders of the Living Dead" ist ein völlig inkohärenter Knuddelkitt geworden, bei dem man auch als halbwegs aufmerksamer Zuschauer nicht mehr wirklich durchsteigt, denn wie hier eins zum anderen passen soll ist nicht klar und so etwas wie eine Handlung ist in dem Wust aus scheinbar unzusammenhängenden Szenenfolgen kaum auszumachen. Die Übergänge zwischen den originalen "Dying Day"-Schnipseln und den nachträglich eingefügten Sub-Plots wurden dann auch nicht gerade mit Bravour gelöst und man fragt sich, welcher Irre hier eigentlich im Schneideraum mit der Heckenschere am Werk war. Das Sammelsurium aus lieblos aneinander geklatschten Genre-Motiven geht einem jedenfalls recht schnell auf die Nuss und gestaltet sich im Endeffekt lediglich als himmelschreiend schlechter Kiddie-Trash, mit dem eigentlich kein Blumentopf zu gewinnen ist und der besser direkt im Mülleimer gelandet wäre. Langweilig, ohne Pep und mit ätzenden Dialogen (die von den vornehmlich unbekannten Schauspielern auch ebenso ätzend vorgetragen werden) humpelt die Angelegenheit da den End-Credits entgegen und wird nicht mal von den wenigen Make Up-Effekten irgendwie aufgewertet, denn über weite Strecken ist das alles so duster, dass man eh nichts erkennen kann. Der undurchdringliche Plot kulminiert schließlich in einem schauderhaften Day-for-Night-Finale, in dem den Zombies mittels simpel auf das Film-Material gekratzten Strichen, die wohl so was wie abgefeuerte Laser-Strahlen darstellen sollen, der Garaus gemacht wird, womit das ursprüngliche Produktions-Niveau noch mal ganz gut umrissen wäre. Fazit: Ein Film, der förmlich darum bettelt, dass man ihn von seinen Leiden erlöst...

2/10

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