Die attraktive Unternehmensberaterin Katja Steinfurth bemüht sich, ihre Karriere, ihre Beziehung zu ihrem verheirateten Chef und ihre Verpflichtungen als alleinerziehende Mutter unter einen Hut zu bringen - nicht immer mit Erfolg. Als Tibor, das Lieblingspferd ihres Sohnes Lukas, sich nach einem Unfall aggressiv verhält und eingeschläfert werden soll, scheint der Pferdeflüsterer Nils Peterson die letzte Rettung zu sein. So macht sich Katja mit Lukas und Tibor auf den Weg zur "Pferdeinsel". Und in der Abgeschiedenheit des kleinen, malerischen Eilands erkennt die junge Frau allmählich, dass sich in ihrem Leben einiges ändern muss.
Ich schaue ganz gerne Filme an, an deren Drehorten ich urlaubstechnisch bereits schonmal unterwegs war. Diese deusche TV-Schmonzette siedelt sich auf Amrun an, was zwar im Film selbst nicht direkt angesprochen wird, jedoch die Vorwahl 04682 genannt wird, was jedoch wieder klare Rückschlüsse erlaubt. Zwar erlaubt die Location herrliche Inselaufnahmen, drumherum wurde allerdings leider nur die übliche 08/15 Liebesgeschichte gedreht, deren Titel nicht nur zufällig an das Redford Schmachtwerk der Pferdeflüsterer erinnert.
Die Geschichte entpuppt sich dabei als ein regelrechtes Kitschgewitter, das sich über die Nordsee entlädt. Die Romanze der alleinerziehenden Mutter Katja nebst dem traumatisierten Sohn Lukas und dem adretten Pferdeversteher Nils müffelt meilenweit gegen den Küstenwind. Kleinere Problemchen, wie das auftauchen der jeweiligen, aber ohnehin sehr schwach gezeichneten Partner, oder der veremintliche Rückzug nach Berlin, werden flugs überwunden und ich denke ich spoilere nicht zu viel das Happy End zu verraten, wie es halt eben auf dem pilscheresken Turf so üblich ist.
Immerhin ist es ganz witzig anzuschauen, wie sich die Großstädterin Katja mit dem einfachen Inselleben arrangieren muß. Tja, mit Erfindungen wie Indoor Duschen, Telefon- bzw. Internetanschluß oder Kabelfernsehen sind die Amruner nun mal nicht gesegnet worden, da kann man als Städter durchaus schon mal ein wenig Frust schieben. Zumindest meine persönliche Lielingsfigur, die des Inselvorstehers, kann ihr leihweise voller Stolz die modernste Errungenschaft, nämlich ein altes Radio, überlassen. Sprachs und kippte mit dem berühmten Worten "nicht lang schnacken, Kopf in Nacken" einen Klaren hinterher, plattdeutsche Coolness pur.
5/10