Demolition Man ist aus dem Jahre 1993 und spielt im Jahr 1996. Ein wenig prophetisch ist er schon, dieser ironische Actionfilm, dem eine gewisse Intelligenz nicht abgeht.
Nachdem John Spartan (Sylvester Stallone) als Polizist während eines Einsatzes gegen Simon Phoenix (Wesley Snipes) angeblich den Tod mehrerer Zivilisten verschuldet hat, wird er zusammen mit selbigem zu einer so sogeannten Cryo-Haft verurteilt. Lebendig eingefroren, soll er nach 70 Jahren wieder aufgetaut werden, um als rehabilitierter Bürger freigelassen zu werden. 2031 wird er allerdings verfrüht wieder ins Leben zurückgeholt, nachdem es Simon Phoenix mit fremder Hilfe gelang, aus dem Cryo-Vollzug zu entkommen. Die Gesellschaft des Jahres 2031 ist übertrieben friedlich und freundlich, Gewalt findet praktisch nicht statt und man amüsiert sich als Zuschauer köstlich über die naiven Leute.
Die weitere Story wird anderswo schon breit genug erzählt, deswegen hier nur einige Anmerkungen: der Film hat einfach Kultstatus! Die allgemeine Begrüssung "Sanfte Grüsse" statt "Guten Tag" oder "Friede mit Ihnen!" sind zum Schreien komisch. Das Geheimnis der Drei Muscheln ist legendär. Und natürlich darf man die zahlreichen Verstöße gegen das Verbale Moralitätsstatut nicht vergessen, ebensowenig wie die Bannwarenverordnung 22. Und würde schon "Teddybär" als Passwort für Handschellen nehmen? "Unerlaubte Lebensabbrüche" als Synonym für Mord zu nehmen, grenzt schon fast an Bosheit, ist aber auch als gute Parodie auf die Political Correctness zu verstehen.
Sylvester Stallon parodiert sich selbst, ohne dabei zur Witzfigur zu werden, während man Wesley Snipes ohne Gewissensbisse hassen kann, weil er einen richtig fiesen Bösewicht abgibt. Sandra Bullock ist als leicht naive, aber lernfähige Polizisten des verweichlichten 21.Jahrhunderts eine unheimlich Süße, die man am liebsten die ganze Zeit knuddeln möchte.
Der Film parodiert in unterhaltsamer Weise Visionen einer gewaltfreien Zukunft, er macht unheimlich viel Spaß. Er ist durchsetzt von zitierfähigen One-Linern ("Ist es kalt hier, oder bin ich das"; "Gehen Sie mit maximaler Authorität vor", "Sanfte Grüße, Bürger", "Wir sind Polizeibeamte, für Gewalttätigkeiten wurden wir nicht ausgebildet", "Sie sollten sich kalmieren" usw.) und hat an allen Stellen vom Anfang bis zum Ende auch hintergründige Einlagen. Unvergessen der Hinweis auf die "Schwarzenegger-Präsidenten-Bibliothek", die von Stallone mit dem Hinweis kommentiert wird, ihn doch bitte wieder einzufrieren. Das Schwarzenegger Jahre später Gouverneur von Kalifornien werden sollte, war damals ja auch noch nicht abzusehen.
Auch das Pizza-Hut die einzige Restaurant-Kette ist, welche die Franchise-Kriege überlebt hat, sorgt für Heiterkeit, da Pizza-Hut nun wohl in Teilen zum Nobelschuppen mutiert ist. Die Franzosen dürften sich im Grabe umdrehen.
Insgesamt ist der Film zum Schreien komisch und hat in zwei Jahrzehnten sicher einen netten Platz unterhalb von "Das Leben des Brian".