Zugegeben, ein ganz großer Stallone-Fan war ich nie. In Sachen Action war ich eigentlich eher der Arnie-Typ, vielleicht auch wegen der größeren Selbstironie des Ösis. Mit „Demolition Man" haben wir einer der wenigen Stallone-Actioner, die mich noch überzeugen konnten.
Dabei ist es schon eine etwas eigenartige Mischung aus Action, SciFi, Thriller, und na ja, eigentlich auch Komödie, was uns Brambilla hier um die Ohren haut. Da wäre einerseits der Cop John Spartan (Sylvester Stallone), der mit bierernster Miene seinen Job erledigt und sein lärmender Gegenpol in Gestalt des Killers Simon Phoenix (Wesley Snipes). Beide harren in der Tiefkühlbox aus, bis zum Jahr 2032. Sie mussten ihre Strafe absitzen, Phoenix wegen einer seiner zahllosen Gewalttaten, Spartan, weil er selbige zuletzt nicht verhindern konnte. Endlich wieder aufgetaut dreschen sie sich in der Zukunft weiter, und beide haben auch so ihre Probleme, sich zurecht zu finden in einer klinisch reinen Welt, in der Verbrechen ein Fremdwort ist und die Cops nicht mehr wissen, wie man Flegel der Marke Phoenix gegenübertritt.
Der Film ist sehr ins Comichafte überdehnt worden. Dafür sorgt nicht nur das eigenwillige, aber sehr überzeugend gestaltete Zukunftsszenario. Egal ob Bauten, Kommunikations- und Fortbewegungsmittel, alles wirkt sehr abgefahren, wenngleich auch etwas steril. Die Strafknöllchen wegen Flüche und Kraftausdrücke ist nur eine der vielen Zukunftsgimmicks, die das ganze Szenario auch lustig gestalten. Wesley Snipes ist wieder mal voll in seinem Element. Keiner benimmt sich so rüpelhaft wie er und kann dabei auch noch beeindruckend fluchen und Schläge austeilen. Da verblasst der biedere Gegenspieler Stallone als Cop fast ein bisschen, wie übrigens auch eine farblose Sandra Bullock in der Rolle der Polizistin Huxley (nein kein Witz, sie heißt wirklich so wie der Autor von „Schöne neue Welt", die hier sehr frei persifliert wird).
Die Story ist zwar nicht die Innovativste, und auch das Ende kann kaum vor Überraschungen strotzen, dennoch ist den Machern ein solides Werk mit hohem Unterhaltungswert gelungen, mehr konnte man wohl nicht verlangen.
Fazit: Für einen unterhaltsamen Filmabend ohne Grübelei ziemlich geeignet.