Sylvester Stallone spielt einen knallharten Polizisten, der zusammen mit einem Terroristen, gespielt von Wesley Snipes, den er gejagt hatte, verurteilt und eingefroren wird. Nach 36 Jahren gelingt dem Terroristen die Flucht aus dem Gefängnis, weswegen auch sein alter Kontrahent wieder aufgetaut wird, da man sich in der Zukunft nicht so recht gegen den gefährlichen Psychopathen wehren kann.
1990/91: Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger sind an einem Wendepunkt in ihren Karrieren angekommen, ihre herz- und hirnlosen Ballerorgien, die sie in den 80ern noch am Fließband verkaufen konnten, erfreuen sich kaum noch großer Beliebtheit. Was war Geschehen? Bruce Willis hatte mit "Stirb langsam" menschliche Elemente zurück ins Action-Kino gebracht und den alten muskelüberhäuften Ein-Mann-Armeen den Rang abgelaufen. Was musste her? Neue Ideen - Und hier versucht es Stallone mit einer pseudo-innovativen Zukunftsutopie und einem ordentlichen Schuss Eigenironie, die "Demolition Man" zu einem seiner besseren Filme macht.
Zwar sind bei der Zukunftsutopie, die hier gesponnen wird, ein paar ganz nette Ansätze durchaus vorhanden, so sind die Ideen um das pazifistische, totalitäre System, in dem die Menschen leben gar nicht mal so schlecht, aber im Endeffekt ist es doch mehr der Humor, der das Zukunftsportrait auszeichnet. So sind einige Einfälle, wie der Geschlechtsverkehr über einen speziellen Computer, den Präsidenten Arnold Schwarzenegger (besonders lustig, weil der Film bereits 1993 erschienen ist) oder den Computer, der bei Verwendung von Fäkalausdrücken umgehend Geldstrafen verhängt, sehr amüsant und halten den Film am Leben, zumal auch die Darsteller, vor allem natürlich Stallone, der mit seiner todernsten und kernigen Art in dieser futuristischen Farce immer mal wieder Situationskomik aufkommen lässt, ihren Teil dazu beitragen. In diesem Zusammenhang wirkt sogar das überaus auffällige, fast schon dreiste Product Placement unter Anderem für Pizza Hut gar nicht mal fehl am Platz und entlockt dem Zuschauer ebenfalls das eine oder andere Lächeln, wobei der Film immer einen Hauch von Würde bewahrt und den schmalen Grat zum Trash erstaunlich gut meistert.
Abseits der humorvollen Anteile ist "Demolition Man" aber eher mittelmäßig. So ist der eigentliche Plot um die beiden Kontrahenten, die sich zunächst in der Gegenwart und dann in der Zukunft einige Verfolgungsjagden und Schießereien liefern im Groben und Ganzen kalkulierbar und die Verschwörungsideen, die hinter der Befreiung des brutalen, psychopathischen Terroristen stecken, sind, genauso, wie die Zukunftsutopie, die hier gezeichnet wird, unterm Strich allzu sehr bei den Haaren herbeigezogen, als dass sie ernsthaft Spannung erzeugen könnten und auch die aufgesetzte Liebesgeschichte um Stallone und Bullock, die immerhin auch mit einer gewissen Eigenironie vermittelt wird, erzeugt keinerlei Dramatik oder Ähnliches.
Dafür wiederum entschädigen auch die Action-Szenen, die zwar quantitativ nicht allzu wohlwollend dosiert sind, dafür aber qualitativ überzeugen und von Regisseur Marco Brambilla, der später unter Anderem mit "Ärger im Gepäck" in Erscheinung treten sollte, gelungen in Szene gesetzt sind. Darüber hinaus lässt sich auch das futuristische Design durchaus sehen und auch narrativ wird versierte Arbeit geleistet, sodass "Demolition Man" unterm Strich trotz seiner offensichtlichen Mängel ordentliche Unterhaltung bietet.
Sylvester Stallone spielt den kernigen, rauchenden und fluchenden Haudegen, der sich in der pazifistisch geprägten Zukunft kaum zu Recht findet, hervorragend und ist damit sehr geschickt besetzt. Darüber hinaus verbucht er mit der Eigenironie, die man bei ihm nicht allzu oft zu sehen bekommt einige Sympathiepunkte und Lacher auf seinem Konto. Sandra Bullock ist ebenfalls sehr sympathisch und spielt ihre Nebenfigur rundum überzeugend, während Wesley Snipes mit seinem gnadenlosen Overacting einen starken Gegenpol zum todernsten Stallone darstellt und dem amüsanten, ironischen Flair des Films damit hervorragend entspricht. Und auch am restlichen Cast gibt es im Grunde keine Kritikpunkte.
Fazit
Mit viel Eigenironie gelingt mit "Demolition Man" eine überaus amüsante Zukunftsutopie, die mit ein paar gelungenen Action-Szenen und guten Darstellern bestens unterhält, durch die Mängel bei der Story jedoch Potential verschenkt.
74%