Der Polizist John Spartan, auch als Demolition Man bekannt, ist schon seit Monaten hinter dem gefährlichen Gangster Simon Phoenix her. Als bekannt wird, dass Phoenix mehrere zivile Geiseln gefangen hält, begibt sich Cop Spartan ohne Genehmigung auf die Suche und wird auch fündig. Nach dem Eindringen ins Innere des Gebäudes gibt es einen spektakulären Kampf zwischen den beiden, und nur mit viel Mühe und Glück gelingt es Spartan das Gebäude zusammen mit Phoenix zu verlassen, bevor alles in die Luft fliegt. Daraufhin landet Phoenix im Knast, aber ebenso Spartan, da er lt. dem Gesetz die Geiseln indirekt auf dem Gewissen hat. So werden beide zu langen Haftstrafen verurteilt und eingefroren. 36 Jahre später, im Jahre 2032, gelingt Simon Phoenix während eines Bewährungshearings die Flucht.
Neben Leathal Weapon (auf dem hier auch mit einem Filmposter referiert wird) ist Demolition Man im Action/Comedy Genre sicher einer der besten Vertreter. Ich liebe einfach dieses utopische Setting der Gesellschaft in San Angeles (ja so heißt die Stadt, schließlich haben nach dem großen Beben 2010 Los Angeles, San Francisco und Santa Barbara fusioniert), die zu einem übertrieben friedfertigen Haufen von hilflosen Weicheiern mutiert ist.
Im Prinzip ist alles verboten, was in den 90ern und heute Spaß gemacht hat. Sex, Zigaretten, Kraftstoff, Alkohol, Transfette, Gewürze und vieles mehr sind Relikte der Vergangenheit, fluchen in der Öffentlichkeit bringt einen sofortigen Strafzettel mit sich und nicht mal mehr die Polizei trägt Waffen, oder ist in der Lage diese zu benutzen und wenn sich diese Zukunftssofties mit "Friede sei mit dir, was sind deine Extreme" anreden, gibts ei mir kein Halten mehr.
In dieses Szenario platzen dann 2032 zwei archaische Vertreter aus den Tagen von 1996 herein, die natürlich von der neuen Umgebung keinen Schimmer haben, was Platz für herrliche Dialoge und diverse Fettnäpfchen bietet. Während Gangster Phoenix mit Absicht befreit wurde und während seiner Kryo-Strafe auf die Zeit weitgehend vorbereitet wurde, muß sein Gegenspieler Spartan ohne dieses Wissen auskommen (hat aber immerhin einen Strickkurs implantiert bekommen, ein weiterer Running Gag der Extraklasse).
Die muntere Hatz und flotten Sprüche der beiden übertreffen sogar die spektakuläre Action. Wesley Snipes ist als psychopathischer Schuft herrlich überdreht, während Spartan eher durch seine One-Liner besticht, dazu noch die schnucklig naive Sandra Bullock, die ständig die alten Sprichwörter durcheinanderbringt, das sind wirklich gelungene Charaktere, die Spaß machen. Kompliment auch an Sly Stallone und seinem Mut zur Selbstironie auf seine frühere Actionkarriere, die er hier mehrmals unter Beweis stellt. Ebenfalls spaßig die vielen Injokes auf Präsident Schwarzenegger, Star Wars und Jackie Chan.
Ich finde es ehrlich schade, das so ein tolles Produkt dem italienischen Regisseur Marco Brambilla nicht zu einer Karriere verholfen hat, sondern diese übergangslos im nichts verschwunden ist. Ich sehe den Film jedenfalls immer wieder gerne und über Stallone als Strickliesel werd ich mich wohl auch noch in vielen Jahren ablachen. Nur eines würde mich jetzt immer noch interessieren, wie zum Teufel bedient man jetzt denn nun diese drei blöden Muscheln?
In diesem Sinne: "Sanfte Grüße"
9/10