Demolieren, kalmieren, Satiren
„Demolition Man“ vergnügt sich irgendwo zwischen Huxley, Verhoeven und (un)typischem Sly-Actioner - und macht dabei aus heutiger Sicht vielleicht mehr richtig denn je! Denn gerade das dys- bzw. utopische und urkomische Zukunftsszenario ist aus heutiger Sicht - nach einer weltweiten Pandemie, zwischen Radikalitäten aller Art - extrem von Mehrwert. Diskussionswürdig. Köstlich. Von Pizza Hut bis Widerstand. Und obendrauf ist „Demolition Man“ natürlich auch ein verdammt guter, kompetenter und krachender Action-Hit. Samt Starpower, (Bullocks) Schönheit, handgemachten Kostümen, Sets, Getöse und Chemie. All das lässt ihn zu einem mittlerweile zeitlosen Klassiker mit schier unkaputtbarem Wiederspielwert werden… Erzählt wird von einem rigorosen Supercop, der aus seinem eingefrorenen Zustand und einer unverdienten Haftstrafe einige Jahrzehnte in der Zukunft frühzeitig aufgeweckt wird, um einem psychopathischen Kriminellen, sowas wie seinem Erzfeind, ein für alle mal das Handwerk zu legen…
Er weiß wirklich nicht, wie man die drei Muscheln benutzt…
Bei „Demolition Man“ weiß man kaum, wo man zu loben anfangen soll. Das gegensätzliche Duo Sly/Snipes? Absolut stark! Die Oneliner, Insider, Running Gags? Funktionieren noch immer. Ich sage nur „Drei Muscheln“. Das Worldbuilding und technische Details? Viel cleverer und witziger als man es von einem Stallone-Actioner erwartet. Die Gesellschaftskritik? Spürbar und zum Teil genial, wenn auch nie so bissig wie etwa bei Verhoeven. Die Action und das Budget? Sichtbar eine Warner-Grossproduktion. Knallt gut rein. Auch wenn er für mich etwas härter und blutiger sein könnte. Sandra Bullock? Der Schwarm von jedem Jungen der 90er. Die Kostüme und Sets? Noch meist handgemacht und frei von CGI. Der Score? Heldenhaft und pompös. Die Witze? Landen bei mir und meinen Kumpels fast durchgängig. Auch nach dem gefühlt dreizehnten Durchgang. Und diese Liste lässt sich bei „Demolition Man“ fast unendlich erweitern. Ich weiß nicht, wie die Kritiker den damals zum Großteil dermaßen abstrafen konnten. Er macht Spaß ohne Ende. Und ist ein 90er-Edelstein und -Grundpfeiler. Und was er für Gedankenspiele in Richtung „cleaner Gesellschaft“ aufmacht, ist intelligenter und ambivalenter als man meint. Insgesamt vollkommen geil. Immer noch.
Fazit: funktioniert als Duell Snipes vs. Stallone, funktioniert als satirische Gesellschaftskritik und Zukunftsvision, funktioniert als Actionkracher, funktioniert als Blockbuster - „Demolition Man“ ist ein veritabler und exzellent gealterter 90s-Classic! Mehr als ein Guilty Pleasure.