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Das Sidney Lumet in der Lage war, beklemmende Thriller zu kreieren, hat er beispielsweise mit "Prince of the City", "Serpico" und als letztes mit dem grandiosen "Tödliche Entscheidung" bewiesen.

Nun hatte er 1986 die Möglichkeit mit drei Hollywood-Größen zu arbeiten. Jane Fonda (Barbarella, Das China-Syndrom), Jeff Bridges (Crazy Heart, The Big Lebowski) und Raul Julia (Rookie, Addams Family). Absolute Eliteklasse.

Warum "Der Morgen danach" meiner Meinung nach so enorm versagt, ist die Geschichte selbst. Völlig an den Haaren herbeigezogen und immens spannungsarm erzählt Lumet hier die Geschichte der alkoholkranken Schauspielerin Alex Sternbergen (Fonda), welche eines Morgens neben der Leiche eines allseits gehassten Fotografen aufwacht. Der gute Mann hat ein Fleischermesser in der Brust. Alex kennt ihn nicht mal, kann sich aber aufgrund ihrer ausufernden Sauferei an rein gar nichts erinnern. So flüchtet sie aus der Wohnung und versucht am Flughafen mit "schauspielerischem Talent" einen Flug nach Los Angeles zu ergattern. Nach einem kleinen Unfall, trifft sie auf den Ex-Cop Turner Kendall (Bridges), welcher durch seine lockere Art scheinbar schnell zum Love-Interest avanciert. Das Kendall etwas zwielichtig zu sein scheint, merkt Alex nicht.

So mal die grobe Einführung. Das Raul Julia darin gar nicht vorkam liegt daran, das er eine untergeordnete Rolle spielt. Schade, denn der gute Mann hatte eine überragende Ausstrahlung. Bridges spielt seine Rolle gewohnt gut. Wirkliche Aussetzer kann man bei ihm nicht ausmachen.
Neben der Story ist das größte Problem aber Jane Fonda. Sie nervt unfassbar und spielt die dauerbesoffene penetrant nervig. Nichts, aber auch gar nichts strahlt sie aus, das man etwas Mitleid oder gar Sympathie aufbauen könnte.
Der Plot verliert sich derart in uninteressante Situationen, dass man den eigentlich "Mord" nach ca. 1 Stunde schon längst vergessen hat. Die ganze Chose soll innerhalb von 1 1/2 Tagen passieren. Dafür fehlt eindeutig der Drive und die Spannung die solch ein Szenario entfalten könnte. Die Auflösung dazu ist dann so dämlich und uninteressant, das man sich fragt, wozu man überhaupt knappe 100 Minuten Laufzeit durchgehalten hat.

Fazit:

Sidney Lumet war ein grandioser Regisseur, aber hier hat er einfach nen Rohrkrepierer erschaffen. Langweilig, langatmig und unspannend.

3/10

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