Bestandteil einer indirekten Reihe im Rahmen des üblichen Konglomerates von Joseph Lais IDF Film & Arts Limited, welches sowohl im neugedrehten Material seine Bezüge zu Vorgängern und Nachfolgern, oder besser zu Spin-offs aufweist, als auch im Originalprodukt. Denn anders als lange vermutet und tatsächlich so auch für den unkundigen Zuschauer, oder den naiven, oder den sich ganz auf die Geschichte Einlassenden ist das Endwerk vom Golden Ninja Warrior eben kein eigenständiges Erzeugnis. Sondern entspricht in der Mischung aus einem bereits fertiggestellten Werk im copy & paste Verfahren mit erweiterten und teils verändernden Zubauten und einer entsprechenden Synchronisation dem gewohnten Stil:
Um den Tod ihres Vaters Simon Lee zu rächen und nebenbei auch noch einen Prostituiertenring zu zerschlagen und gleichzeitig den 'Golden Ninja Warrior', eine unermesslich wertvolle Statue zu beschützen, begibt sich Sherri Lee [ Yeung Huei-chie ] eigenhändig in die Höhle des Löwen. Unterstützt wird sie bei der Rückführung der Reliquie nach China von dem das gleiche Ansinnen habenden Michael Allen [ Donald Owen ], der allerdings nicht verhindern kann, dass Sherri immer mehr in die Fänge des böswilligen Eagle Lau [ Tin Ming ] und seiner gewalttätigen Gelüste gerät. Auch der ebenfalls ermittelnde Polizist Dick Tong [ Lee Miu-chan ] scheint machtlos angesichts der kriminellen Bande und ihrer üblen Machenschaften zu sein.
Als Regisseur dessen wird ausnahmsweise Joseph Lai, also der Chef selber statt seinem ausführenden Organ Godfrey Ho genannt; eine Tatsache, die natürlich erst einmal Aufmerksamkeit erregte und jahrelang auch den Anschein von Eigenständigkeit und Andersartigkeit ergab. Lai als Überwacher des Ganzen zeigt hier auch ordentliches Handwerk, gerade in der Auswahl des verwendeten Materials, dass zeitlich und örtlich tatsächlich zum Neudreh passt bzw. tatsächlich einmal passend gemacht wird und zudem eine Originalität und Seltenheit (und mit der Verwendung der Ufo-Häuser von Sanzhi, Neu-Taipeh, an der Taiwanstraße auch einen fulminanten Drehort) aufweist, aus der sich so etwas wie zusätzlicher Bedeutung ergibt. Als auch in der Anpassung dessen zur Handlung um den im Vorspann zu exzessiv vorgestellten und angepriesenen 'Golden Ninja Warrior', der übrigens abseits dessen eigentlich gar keine Rolle mehr spielt; ein Problem, dass in der Konsistenz und Kongruenz derlei Produktionen sicherlich nicht die größte Priorität spielt.
Der Vorspann selber, die Aufbauszene, die weit in der Historie ausholt und eine Saga von immenser Wichtigkeit anklingen lässt, stammt im Übrigens aus Ninja Terminator, der damit als Vorgänger hierzu im weiteren Sinne gilt. [Der Abschluss bzw. eine weitere Episode dessen erfolgt noch in Ultimate Ninja.] Entsprechend sind dort auch gleich die einzigen Szenen mit Richard Harrison vorhanden, der hierbei ansonsten eine Auszeit vom Filmgeschäft nimmt und seinen Vertretern das Schlachtfeld überlässt. Gefechtet und geprügelt wird auch ohne seine Mitwirkung fleißig, was das Schnittwerk immerhin ansehnlich nicht in der Optik, aber im Tempo macht; wobei zusätzlich noch am Regler gespielt und der Vorspulknopf seitens des Cutters angeregt wird. Eine Schnelligkeit in der ersten Kampfszenen, die unnötig ist, aber nun mal Mittel der Wahl seiner Macher war und dahingehend vielleicht auch einer insgeheimen, dem Zuschauer unbekannten Intention entspricht.
Abgesehen davon sind die Actionszenen mit Fortschreiten der Laufzeit besser als am Anfang dessen, werden neben dem gewohnten Schwert auch mal die Handkante und die nassforsche Beinattacke ausgepackt und kann man sowohl unter den Darsteller des neuen Materials als auch dem des Originals so einige Experten zählen. Den großen Anteil an der Handlung hat Thunder Alley Cat, ein adult action Film aus dem damit zu damaliger Zeit recht reichen Taiwan; dessen Fundgrube noch so Einiges an Ideen und Vorlagen für weitere Verwurstungen von IFD bereithält. [Auch der Nachfolgefilm von Lai Man-sing, der Lover and Killer (1987) wurde später für Ninja Knight: Thunder Fox (1987) benutzt, was das hiesige Geschehen noch auf der Metaebene und der der Filmhistorie interessanter darstellen lässt als letztlich ist.]
Nun ist das Grundprodukt ein recht räudiges, die Frauen allgemein immer vermehrt ausbeutendes Konstrukt, dass selbst der Heldin die Schmach und Schande der männlichen Übergriffe nicht entgehen lässt; eine gewisse hohe Schlagzahl an Exploitation schon von der Narration mit der Zwangsprostitution etc. her als auch zeigefreudig im graphischen Detail. Folgerichtig hat der Film wenig Anklang und Begeisterung bei der Zensur gefunden, die einiges zu beanstanden hat, eine Auspeitschszene etwa gleich zu Beginn und vor allem eine ausufernde Vergewaltigung; alles Ereignisse, die durch das Umfeld noch schmieriger und abstoßender wirken, als sie es auf dem Papier schon sind.