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Als Junge von 8 Jahren kam man Mitte bis Ende der 80er definitiv NICHT an den Masters of the Universe vorbei. Die Spielfigurenserie aus dem Hause Mattel war das männliche Pendant zu den Barbieschnöselein aus dem selben Hause. Und so platt und übertrieben Barbie das Bild prägte, was kleine Mädchen mögen, so war dies auch für die Masters of the Universe der Fall. Die Figuren waren bubbelige Muskelklumpen, die oftmals irgendeine spezifische Fähigeit ihr Eigen nannten. Viele davon waren Monster jeglicher Couleur, böse oder nicht böse, aber faszinierend waren sie alle. Ich habe die meisten der Figuren zusammengesammelt und bin etliche Stunden in die Welt der Plastikanabolisten entschwunden. Dabei noch unterstützt durch die dazugehörige und atmosphärisch einwandfreie Hörspielserie von "Europa".
Als dann der Film in die Kinos kam, hatten die Filmemacher offensichtlich einen anderen Zugang zu Eternia. Dieser war wohl bestimmt durch eine finanzielle Beschränkung, so dass der genannte Heimatplanet der Masters kurzerhand durch die Erde als Ort des Geschehens ersetzt wurde. Damit verschenkt der Film sehr viel Potential, denn die Lokalitäten auf dem Planeten boten immer viel Abwechslung und Tonnen an Fantasiestoff.

Dann aber auch viele Figuren einfach wegzulassen und stattdessen andere, weniger aufwendige Charaktere einzuführen, das konnte man als Fan damals kaum verschmerzen. Und damit machte der Film dann auch alles falsch! Der Wiedererkennungswert lag bei geradeeinmal 30% und somit weit unter den kindlichen Erwartungen.

Das ist schade, denn ansonsten wirkt der Film, der von "Cannon" produziert wurde und somit deutliche Merkmale der wohl besten B-Movie-Schmiede der 80er trägt, sehr aufwendig.
Die Specialeffects waren damals auf der Höhe der Zeit, Dolph Lundgren war eine gute Wahl für den Helden und die übliche technische Inszenierung konnte durchaus zufrieden stellen.

So lag es an zu einem niedrigen Budget und fehlendem Vertrauen in das Projekt, dass man versuchte, das Franchise auszunutzen, ohne ein allzu großes Risiko einzugehen.

Bis heute entwickle ich Drehbücher im Geiste, die wohl allesamt besser gewesen wären, um den Erwartungen der kindlichen Fangemeinde gerecht zu werden.

Falls ich durch Zufall 100 Millionen erben oder gewinnen sollte, dann werde ich mich persönlich daran machen, den Film zu drehen, den die verbreitetste Spielzeugreihe der 80er verdient hat. Auch wenn sich heute wohl kaum jemand dafür interessieren würde. Versprochen.

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