"It was a pretty brisk day, as I recall. Sky a little overhung, the Palisades greyish behind the mist. I suppose that's why the beach wasn't too crowded. Then again, it was a weekday and school hadn't let out yet. June. Put them together and what have you got? A long stretch of beach with just her and me.
I'd been reading. But it got tiresome so I put the book down and sat there, arms around my knees, looking around.
She had on a one-piece bathing suit. Her figure was slight, but well-placed. I guessed she was about five-five. She was gazing intently at the waves. Her short-chopped blonde hair was stirring slightly in the breeze.
"Pardon me but could..." I said.
She wasn't turning. She kept looking at the shifting blue ocean. I looked over her figure again. Very well-placed. A model's figure. The kind you see in Mademoiselle.
"Have you the time?" I asked.
She turned then."
Vom Ort der Entspannung und des inneren Friedens zu einem Platz der Wildnis, der umtriebigen Natur, der wogenden Brandung und der sich brechenden Wellen, die Szenerie ist tobend und umkämpft, die Umgebung wirkt kühl. Eine Romanverfilmung mit Delon auch verantwortlich hinter der Produktion, die Vorlage nennt sich "Someone is Bleeding", so "unseriös wie ein drittklassiger Kriminalroman", veröffentlicht 1953, geschrieben von Richard Matheson als einer seiner ersten Arbeiten. Mal bedrohlich, mal tragend die Klänge. Jemand beobachtet noch die Szene, lässt sich davon inspirieren, fasst die Gedanken in Worte, "der Schrei der Möwen", "die große Stille", Eiskalt wie das Schweigen ist der deutsche Titel. Kunst und Leben, Erdachtes, Gewolltes, Tatsächliches. Eindrücke am Rande der Depression. Blockaden und Lösungen:
Der mittelmäßig erfolgreiche Drehbuchautor François Rollin [ Claude Brassuer ] trifft eines Tages während Schreibarbeiten am Strand auf Peggy Lister [ Mirelle Darc ], die ihn sofort in den Bann zieht und über alle Maßen fasziniert. Er versucht sie zu treffen, was sie nur zögerlich zulässt, zudem ist nahezu stets der Gärtner Albert auf Aufpasser anwesend und wird Peggy auch erst aus dem Hintergrund, dann deutlich vom mit Mrs. Rilson [ Nicoletta Machiavelli ] verheirateten Rechtsanwalt Marc Rilson [ Alain Delon ] hofiert, vertreten, oder doch beschützt, zusätzlich zu seinem Gefolge bestehend aus dem jüngeren Bruder Denis Rilson [ Fiore Altoviti ] und der Chauffeur und rechten Hand Steig [ Emilio Messina ]. Bald ist auch Commissaire Garnier [ Andre Falcon ] involviert.
"Eyes. That was my first impression. The biggest and brownest eyes I'd ever seen, great big eyes seeming to search for something. A frank look, a bold one, meaning a bold curiosity. But no smile. Deadpan. Did you ever have a child watch you from the seat in front of you in a bus or a trolley car?
That's what it was like."
François, der Mann, ist viel am Reden, er spricht mit sich selber, er textet die Frau zu, er ist kein Schriftsteller in dem Sinne, er schreibt fürs Fernsehen nur. Er wirkt ein wenig aufdringlich, er verfolgt, er nimmt sich fremden Raum ein, er überbrückt die Distanz und geht ungefragt in die Nähe, das ist die Verzweiflung, der Mann ist einsam, es ist Nizza im Winter, es ist nicht der Beginn einer gegenseitigen großen Liebe, für ihn wirkt es so nur. "Die Amore des Kardinale Richelieu" ist einer seiner Texte, ein Hörspiel, schnell kommt das Thema auf Sex, schnell ist man in Gefahr, eine Flucht über die Küstenstraßen, mehrere Beinahe-Unfälle mit schlingerndem Wagen; das könnte auch das Ende sein, es ist der Anfang bloß. Die Faszination für jemand Fremden steigt, bis zur Obsession, einer Halluzination, ein Traum wird eingangs gelebt, einer Sehnsucht vertraut, darum gekämpft und gerungen, der baldige Alb ignoriert.
"Selbst ich hätte kein mieseres Stück schreiben können. Richtiges Schmierentheater."
Die Dramaturgie ist finster und fesselnd, aus zwei Personen werden mehr, es kommen neue Zutaten und Aktionen hinein, Dinge, die man nicht beeinflussen und nicht beherrschen kann, es gibt bald Chaos pur. Zwischen zart und grob, privat und geschäftlich wechselt das Geschehen, es gibt erst mehr Fragen als Erklärungen, man ahnt nicht die Antworten, spürt aber das drohenden Unheil, ein Mann läuft in die Falle, "Man trifft sich. Man will sich wiedersehen. Plötzlich ist der Faden gerissen...Ich finde das nicht lustig, Peggy."; er ist empört, verletzt, und blindlings auf der falschen Spur. Taktik wird hier großgeschrieben, psychologisch ist das Stück, ein Krimi der Emotionen, "Also warum dieses Schweigen?". Vertrauen, Misstrauen, Paranoia, schließlich die nackte Gewissheit.
Kampf der Geschlechter, einer kennt die Sachen nur vom Schreiben, er bekommt hier ein Ratespiel geboten, viele unerklärliche Geschehnisse, ein Skript wie geschaffen für den großen Kinofilm, er müsste nur mit tippen und sich Notizen machen, stolpert aber stattdessen durch die Vorkommnisse; neurotisch, psychisch, psychiatrisch, süchtig, das "klingt reichlich fantastisch", das ist die wahre Liebe, das ist so schön, solange wie es schön ist, fragil, zerbrechlich, dann wird es hässlich, dann wird es tödlich. Die Villen sind edel, aber kalt, ein großer Vogelkäfig, die Einrichtung für die damalige Zeit gediegen, nur ohne Leben, entweder gelblich krank, oder braun verfault. Später entwickelt ein eigentlich modernes Hochhaus ein beängstigendes Eigenleben, die Zivilisation hier als Angstmacher, als Schock, als Schocker, ein langsames Vorantasten in die Dunkelheit, dann ein Ausbruch an Gewalt. Einfühlsam wird das geschrieben und gespielt, präzise, viel mit den Augen, viel mit den Blicken. Das erinnert zuweilen an DePalma, viel filigran, langsame und genaue Bewegungen, Kakofonie auf der Tonspur, eine Unberechenbarkeit im Verhalten und im Ausdruck, plötzliche horrende Brutalität.