Review

Zwar handelt es sich bei „Ein Trauzeuge zum Verlieben“ um einen weitgehend überflüssigen Romantic Comedy-Beitrag zum Thema „Ich verleugne die Liebe zu einer Frau, weil sie einem Freund von mir gehört“, jedoch wird der Film so charmant und kurzweilig vorgetragen, dass die unoriginelle Story in den Hintergrund tritt. Da stören selbst die klischeehaft gezeichneten Charaktere nicht mehr.

Ich habe es bereits angerissen, doch hier nun die Story in Vollendung: Der erfolglose Schriftsteller Olly (Stuart Townsend, „Königin der Verdammten“) verliebt sich auf einer Party in Sarah, der Verlobten seines polygamen Freundes James, der ihn als Trauzeuge bestimmt. Er beschließt jedoch um seines Freundes willen, die Gefühle zu verleugnen. Olly`s bester Freund Murray (Seth Green, „Die Killerhand“) setzt fortan alles daran, die Beziehung zu zerstören und Sarah für Olly zu gewinnen, was zu einigem Chaos führt…

Hört sich weitgehend ziemlich bekannt an? Ja, wie gesagt, mit Originalität hält sich der Film auffallend zurück. Auch bei der Charakterzeichnung: Olly ist der Frauen verstehende und tollpatschige Versager (der Gipfel: er kommt mit einem durch Taubendreck befleckten Anzug zu der Party und zieht eine Frauenhose an, die im Schritt reißt), James der etwas bieder anmutende Bürohengst ohne Sinn für Romantik, Sarah die zweifelnde Beinahe-Ehefrau und Murray ist – nun ja – ein extrovertierter, aber liebenswerter Chaot und notgeiler Sexmagazin-Leser. Regisseur und Co-Autor Stefan Schwartz hat sich bei der konventionellen Inszenierung auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Doch der Charme der Hauptdarsteller und einige Brüller reißen den Film dann doch aus dem Romantic Comedy-Mittelmaß heraus: besagte Party hat äußerst witzige Szenen, da Olly wirklich jedes Fettnäpfchen mitnimmt (Schwiegereltern beleidigen, peinlich sein, Einrichtung zerstören etc.) oder auch die Szene mit dem Transvestit in der U-Bahn ist urkomisch. Das Finale verrate ich hier nicht, allerdings hat Murray entscheidenden Anteil daran, dass es nicht allzu bieder gerät.

Fazit: Unoriginelle romantische Komödie, die einzig mit skurrilen Szenen und sympathischen Figuren wirklich punkten kann. Unterhaltsam und witzig: ja; wirkliche Innovationsleistung: nein – 6,6 = 7 von 10 Punkten.

Details
Ähnliche Filme