Review

Auf einer Raumstation mit künstlich erzeugter Schwerkraft und semipermeablem Funksystem sitzen drei Astronauten und warten auf ihre Rückkehr, die in gut 6 Monaten vonstatten gehen soll. Da das noch ganz schön lang ist, guckt sich der Raumstationsfunker eine Live-Nachricht seiner Frau an. Der Kommandant schaut derweil ein bisschen Fern – Softerotik und sonstwas-Zeugs und macht die ganze Zeit über eigentlich nichts Sinnvolles, außer, dass er sich von der Bordmedizinerin untersuchen lässt. Dann kommt eine verschlüsselte Nachricht durch das semipermeable Funksystem und ein Atomkrieg beginnt, den die drei sich voller Spannung anschauen. Einige Zeit später wird aus dem Nirgendwo ein Virus aufgespielt, das bewirkt, dass der Bordrechner alle Raketen scharf macht und auf Explosion in 60 Stunden stellt und zugleich das Statiönchen zur Erde zurückholt. Geistesgegenwärtig können die drei Besatzungsmitglieder die Nuklearraketen noch in den Weltraum hinaus abschießen – bis auf eine, die ein wenig festklemmt.
Rumms!
Nachdem sie auf der verstrahlten und schon etwas treibhauseffektiert aussehenden Erde angekommen sind, müssen sie sich mit ein paar paramilitärischen Asispacken herumschlagen, die die Macht an sich gerissen und diejenigen, die noch halbwegs intakte Gedankenverbindungen zu dem, was weiland als Zivilisation bekannt war, aufweisen, versklavt haben und mit Gewalt und Käfighaltung in die totale Vertierung treiben. An der Spitze der Paramilitäros steht ein kleiner narzistischer Smarty den man so gar nicht ernstnehmen kann und der denmach förmlich danach schreit, dass sich endlich jemand gegen ihn auflehnen muss. Und auch wenn kein Mensch müssen muss, so müsste er es hier dann doch…

Voraussetzung für das Goutierenkönnen des Films ist, und das wurde auch in einem anderen Review schon formuliert, das Ausschalten der Logik. Das betrifft jedoch viele Filme, weswegen Defcon 4 von mir diesbezüglich keinen Punktabzug bekommt.
Punktabzüge gibt es allerdings für das etwas lahme 0815-Handlungsschema (auch wenn es rein handlungsmäßig gut umgesetzt wird), die billige Art und Weise, in der der Verlust von Zivilisation dargestellt wird – von den Requisiten über die Habitatgestaltung bis hin zur Verhaltensweise des Sklavenpublikums vor dem Schauprozess – und last but not least die dann doch wohl nicht so wirklich überzeugenden Schauspieler in den leitenden Positionen (der Stationskommandant und der halbwüchsige Diktator sowie dessen Oberkläffer mit dem blonden Schnauzebart).

Stärken des Films sind jedoch das Fehlen von unnötigen Längen, übertriebenen und in Untergangsszenarien zwecks stärkerer Emotionalisierung oft maßlos ausgeschlachteten Liebesszenen, der Verzicht auf penetrante Aktion-und-Spannungs-Musikuntermalung sowie das Nichtvorhandensein von an Lächerlichkeit unnüberbietbarem Heldenverhalten, welches auch so typisch für Dystopien ist (die Paramilitaros denken zwar, dass sie Helden wären, und verhalten sich auch ein bisschen so, aber das liegt wohl mehr an den Uniförmchen und Waffen und ihrer gesellschaftlichen Stellung als Obersklaven als an erfolgsgekröntem hirnlosem Draufgängertum und kann somit noch als normal gelten).
Darüberhinaus ist die Tonqualität in Ordnung und es finden sich auch zwei, drei gute Schauspieler.

Fazit: Der Film ist zwar keine Offenbarung, aber sicherlich besser als so manch andere und mit höherem Budget bis zur Kinoreife hin gedrillte Weltuntergangsfantasie.

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