Der Mönch Tripitaka (Nicholas Tse) ist mit seinen drei Gefolgsleuten "Monkey King" Sun Wukong (Wilson Chen), "Sand Monk" (Steven Cheung) und "Pig Monk" (Kenny Kwan) unterwegs in die Stadt Shache. Von dort wollen sie 12 Sutren zurückbringen, welche alle, die aus ihnen vorgelesen bekommen, zu friedliebenden Menschen machen. Hier werden die Reisenden von einem Baumdämon und seiner Insekten-Armee angegriffen, da diese das Fleisch des Mönches wollen, das bekannterweise unsterblich macht (???). Wukong wehrt den Angriff ab und schiesst Tripitaka mit seinem magischen Goldenen Stab in die weite Welt hinaus. Während seine Freunde gefangengenommen werden landet Tripitaka bei "bösen" Menschen mit Reptilientouch, die ihn natürlich auch fressen wollen. Als diese allerdings ebenfalls von der Insektenarmee angegriffen werden, kann er, zusammen mit der entstellten Meiyan (Charlene Choi) fliehen und sich auf die Suche nach seinen Begleitern machen.
Nehmen wir das schlechte voweg: Der Film ist nicht das Mammutwerk, das man ( speziell bei Betrachtung der Limited Edition ) erwarten könnte. Auch wenn er etwas über 2 Stunden dauert, erzählt er größtenteils doch nur eine kleine Liebes- und Kampfgeschichte, die trotz einiger tiefesuggerierender Zwischenspiele wie die himmlischen Ritter usw. niemals eine wirklich epische Breite erreicht. So bombastisch und opulent das alles vordergründig erscheinen mag, so wenig bleibt schließlich davon übrig. Die oben erwähnte Geschichte beschreibt etwa 10 Minuten (!!!) des Films, was, in Kombination mit den viel zu schnell ablaufenden englischen Untertitel, zu mittelgroßer Verwirrung führt. Es geht dann zwar in gleichem atemberaubendem Tempo weiter, allerdings ist es sehr auffällig, daß man verzweifelt auf diesen "Funken" wartet, der überspringen soll. Leider tut er es nie wirklich. Dazu sind die Charaktere, obwohl eigentlich ziemlich interessant, zu oberflächlich, die Darsteller teilweise zu unpassend und die gesamte Szenerie viel zu uneinheitlich.
Aber genau diese cineastische Chaos hat auch seine Vorteile: Es ist einfach alles Chaos. Wüster Fantasypansch kombiniert mit Diebstahl aus sämtlichen Genres ( Minas Tirith, Bollywood, ein bißchen Star Wars, ein bißchen Anime, ein kleines bißchen Chinese Ghost Story ). Das von der klassischen "Journey to the West" Welt kaum was übrig bleibt ist eigentlich gut zu verschmerzen, es sei denn, man ist wirklich eingefleischter Fan. Der visuelle CGI-Overkill ist zwar mitlerweile nicht mehr neu, aber immer noch nicht vollends ausgelutscht und somit teilweise immer noch beeindruckend. Auch die Bollywoodhommage ist interessant, da sie weniger die Aufmachung ( keine Angst, es gibt keinerlei Musicaleinlagen) übernimmt, als vielmehr den Storyablauf: Action zu Beginn, Slapsick über zwei Drittel des Fims hinweg, Drama gegen Ende. Wobei hier klar festzuhalten ist, daß das Drama wesentlich weniger ausladend ist und trotzem deutlich mitreißender ist als bei den indischen Rosamunde Pilcher Seifenstücken.
Aber das sind nur die relativen Vorteile. Die absoluten Vorteile bleiben einfach das irrwitzige Tempo, der unkoordinierte Fantasywirrwarr und natürlich der Humor. Egal ob die skurrile Unterteilung in "gute" Menschen und "böse" Menschen, die "Monkey Kids", die der "Monkey King" beschwört, ein kurzer Besuch an der Himmelspforte oder die Ufos aus einer Parallelwelt, es ist einfach schwer unterhaltsam. Der Humor sticht vielleicht noch etwas mehr hervor, da einige der hirnrissigen Ereignisse durchaus haften bleiben: Kurz nach ihrer Flucht treffen Tripitaka und Meiyan auf so eine Art Konsul der den Goldenen Stab zurückfordert, da Wukong ihn gestohlen. Tripitaka ( das Argumentationsgenie) erklärt daraufhin, daß er ihn nicht zurüchgeben kann, da nach dem Gesetz der Ehre Wukong ihn selbst zurückgeben muß. Also müßte man ihn zuerst finden. Zu diesem Zeitpunkt aber hält Meiyan den Stab in Händen, folglich muß die Argumentation um diesen Faktor erweitert werden. Basierend auf dieser Grundkonstellation entwickelt sich einer der schwachsinnigsten Dialoge der letzten Filmjahre, der schließlich im Selbstmord (!) des Konsuls endet.
Jeff Lau hat alles in allem mal wieder absolutes Chaos verbrochen (wäre nicht das erste Mal). Unter Einberechnung der wirklich wunderschönen Limited Avant Garde Edition, die da bei mir im Regal steht, ist der Film aber locker 7 Punkt wert. Wenn man diesen Blickfang nicht hat tendiert der Film zugegebenermaßen vielleicht etwas nach unten. Aber was solls. Dann wären es halt knapp 7 Punkte. :-)