Der Offizier Don José (dt.: Django) verliebt sich in die Zigeunerin Conchita, deren Umfeld aus kriminellen Schmugglern besteht. Als er sie bewachen soll, manipuliert sie ihn und flieht. Obwohl er degradiert wird, beginnen die beiden später eine leidenschaftliche Beziehung. Allerdings verliert er die Kontrolle, als er Conchita mit einem anderen Mann erwischt und diesen im Streit tötet. José desertiert, schließt sich Conchitas Leuten an und lernt plötzlich ihren Mann kennen.
Eine Art Western, in dem Franco Nero die Hauptrolle spielt, mit dem Titel Der Mann, der Stolz, die Rache? Läuft sicher besser, wenn auch noch das Gütesiegel “Django” draufpappt. In gewisser Weise verständlich, war Nero seit Django doch eine enorme Zugnummer und sein Gesicht praktisch für alle Zeiten mit „Django“ verbunden. Und dieser Name war eine Marke geworden, die Ende der 60er für harte Italowestern stand. Hier bekommen wir zwar Franco Nero, aber weder Django, noch Härte. Genau genommen bekommen wir nicht mal einen richtigen Italo-Western zu sehen. Vielmehr handelt es sich um die Novelle Carmen, auf der auch die berühmte Oper basiert, nur eben im Westerngewand. Also eine tragische Liebesgeschichte, deren Handlung daher dramatischer und leidenschaftlicher ist als in vielen Italo-Western, die aber leider auch nicht zu packen vermag.
Franco Nero trägt Uniform und Pistole, agiert aber hauptsächlich als tragischer Liebhaber. Leider wirkt er dabei eher ungelenk und wenig glaubwürdig. Große Teile der Handlung kreisen um romantische Verwicklungen, verletzte Gefühle und die dramatische Beziehung zu Conchita. Bis man dann endlich mal etwas vom Flair eines Italo-Westerns schnuppern darf, muss man sich erst einmal durch eine Menge Liebesdrama arbeiten. Erst gegen Ende nimmt der Film langsam Fahrt auf. Wenn die Konflikte schließlich eskalieren, wird man kurz daran erinnert, in welchem Genre man sich eigentlich befindet. Diese späten Western-Momente wirken allerdings wie ein harter Bruch zum vorherigen Liebesdrama, was sicher nicht allein an den veränderten Kulissen, sondern auch an der Präsenz des Herrn Kinski liegt.
Franco Nero spielt seine Rolle zwar bemüht, kann der Figur aber nur begrenzt Profil und Glaubwürdigkeit verleihen. Er befindet sich einfach in der falschen Geschichte, die sich lange Zeit lieber in Romantik und Eifersucht verliert als Spannung aufzubauen. Dass die Figur des Don José der Conchita derart verfällt, ist zu allem Überfluss einfach nicht nachvollziehbar. Immerhin ist Klaus Kinski wieder schön fies. Aber er wird viel zu spät der Geschichte hinzugefügt. Die Spannungen zwischen ihm und Nero wären deutlich interessanter gewesen, als das zum Teil auch sehr wirre romantische Gedöns vorher.
Mit Django kam der Tod ist ein sehr seltsamer Genre-Vertreter: viel Liebesdrama, wenig Western. Erst im Finale blitzt kurz das auf, was man sich vom Titel eigentlich erhofft hatte. Nur kommt das viel zu spät, um den Film noch zu retten. Falls man dann überhaupt noch wach ist. Zwangsläufig enttäuscht Der Film viele Zuschauer, die einen klassischen Italo-Western erwarten. Wer jedoch ein tragisches Liebesdrama im Westerngewand zu sehen wünscht, findet in dem trägen Mix aus Romanze und Italowestern womöglich einen ungewöhnlichen und stilistisch interessanten Genre-Beitrag.