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"Was ist es, was uns zu dem macht, was wir sind?"


Ob diese Frage in diesem Independent - Streifen befriedigend beantwortet wird, ict sicherlich Interpretationssache, aber eines ist wohl ziemlich klar, dieses Werk ist absolut verstörend, hart und bleibt nachhaltig im Kopf des Betrachters hängen. Es ist einer dieser typischen Filme, die eigentlich nur 2 extreme Meinungen zulassen, entweder ist man begeistert, oder man kann rein gar nichts mit ihm anfangen. In erster Linie liegt das mit Sicherheit an der angewendeten Split Screen Technik, in der "Katie Bird" gedreht wurde. Das ist sehr gewöhnungsbedürftig und am Anfang nervt es sogar ein bisschen, auf der anderen Seite fordert es die volle Konzentration des Betrachters, die hier auch durchaus notwendig ist.

Mit sicherheit zählt dieser Film nicht zu den üblichen Serienmörder - Streifen, die man zur Genüge kennt, hier ist meiner Meinung nach etwas ganz Aussergewöhnliches entstanden. Die Geschichte, die Katie hier selbst erzählt, ist ihr Werdegang von einem lebenslustigen Mädchen zu einer psychopatischen und sadistischen Killerin. Wenn man sieht, wie sie hier die Kunst des Tötens von ihrem Vater erlernt, der selbst auch ein mehrfacher Mörder ist, dann wirkt das schon extrem schockierend, denn die Leichtigkeit, mit der das geschieht, ist schon sehr erschreckend. Das zeichnet sich besonders gut in den Dialogen zwischen Vater und Tochter ab, so bekommt Katie zum Beispiel auf die Frage, warum er denn ein Killer ist lediglich die Antwort: "Ich bin nun einmal so".

So erlernt sie von ihrem Vater das Töten, wie andere Leute eine normale Berufsausbildung machen, wobei sie nie zu etwas gezwungen wird und alles ihrem freien Willen überlassen wird. Die Entwicklung, die das Mädchen vollzieht und vor allem ihre extrem sadistische Seite, die zum Vorschein kommt, lassen erahnen, welch ein Monster in ihr schlummert. Hinzu kommt noch ihre ausgeprägte Sehnsucht, von ihren Opfern auch Schmerzen zu erfahren. Als diese sich aber weigern, ihr den Genuß des Schmerzes zuzufügen, kommt bei Katie auch eine masochistische Ader zum Vorschein und sie verletzt sich ständig selbst.

All diese Dinge zeichnen ein recht gutes Bild ihrer absolut kranken Psyche, ihre Mimik drückt beim eigenen Zufügen von Verletzungen absolute Befriedigung aus. Helen Udy liefert hier eine, wie ich finde, absolut überzeugende und glaubhafte darstellerische Leistung ab, auch wenn viele Leute das anders sehen mögen. Sie verleiht dem Charakter der Katie Ausdruckskraft und Autenzität.



Fazit:


"Katie Bird" ist mit Sicherheit kein mainstreamtauglicher Film, aber er weiss zu schockieren und hinterlässt bestimmt nachhaltige Spuren beim Zuschauer. Wenn man mit der Split Screen Technik kein Problem hat und dieses Werk auf sich wirken lässt, dann könnte man am Ende vielleicht sogar feststellen, das man etwas Besonderes gesehen hat.



8/10

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