Am Rande der Slasher-welle mitschwimmend, beschäftigt sich Katie Bird - Die Geburt eines Monsters mit der Psyche einer weiblichen Killerin (namensgebend: Katie Bird), die retrospektivisch ihren Werdegang zur Mörderin erzählt.
Höchst ungewöhnlich die Präsentation des Films: bis zu 4 ständig wechselnde Split-screens verlangen dem Auge einiges ab und der Score dazu scheint aus einer Jam-Session (g,b,dr) zu bestehen, die live zum fertigen Film eingespielt wurde. Relativ hohe Hürden also, die man erst einmal bewältigen muß bevor man sich mit dem eigentlichen Film auseinandersetzen kann. Hat man dies erst einmal geschafft (sprich: das Auge sich an die ständigen unruhigen Bildwechsel gewöhnt) folgt nach und nach die Ernüchterung: Es wird zwar die ganze Zeit gequasselt, der Film hat aber im Endeffekt nichts zu sagen.
Katie Bird (schön abgefuckt: Helene Udy) fesselt ihren Psychiater ans Bett und startet dann einen mehr oder weniger stundenlangen Monolog. Ihre oftmals rein rhetorisch gestellten Fragen nach Ursprung, Sinn und Zweck des Mordens beantwortet sie sich zum Teil selbst, zum Teil erhält sie - in den Rückblenden - ebenso oberflächliche wie belanglose Antworten von ihrem Vater, der ein Killer war und bei dem sie sich das Töten abgeschaut hat.
Das Töten selbst wird hauptsächlich rhetorisch abgehandelt, die bildliche Darstellung beschränkt sich auch in der 96-minütigen Uncut-Version auf wenige kurze Szenen, die im allgemeinen Gelaber untergehen. Das Ziehen von Zähnen erfolgt kurz, schnell und deutlich erkennbar aus einem aufgesetzten Gebiss, das Abziehen der Gesichtshaut (eine schwabbelige Latexmaske) ist auch nur im Anschnitt zu sehen. Weißgott nichts Spektakuläres. Wer sich gorige Großaufnahmen a la Saw, Hostel oder Frontiers erwartet, sollte tunlichst die Finger davon lassen, er wird bitter enttäuscht sein.
Die Spannung bleibt von Anfang bis Ende auf dem Nullpunkt, denn aufgrund des nervigen Filmstils (Split-screen) und der für den Zuschauer völlig unbefriedigenden Frage-und-Antwort-Geplänkels findet sich nirgends ein Anknüpfungspunkt - weder zu Vater und Tochter, noch zu den Opfern. Verzweifelt bemüht sich der Zuschauer irgendeinen Sinn hinter diesem Schnittgewitter zu finden: Katie Bird bevorzugt einen Hammer und hat Spaß daran sich selbst zu verletzen, sich selbst Schmerzen zuzufügen. Sado-Masochismus? Kaum, denn dieses Verhaltensmuster zeigte sie schon bei ihrem ersten Mord, den sie als ca. 16jährige beging. Mit ihren Opfern pflegt sie zu reden, aber ganz egal was diese auch tun oder antworten, Katie Bird geht kaum bis gar nicht darauf ein und schwafelt munter weiter. Aufklärung über die Psyche eines Serienkillers? Auch mit viel gutem Willen bleibt nur ein Fazit: Die Frau hat einfach nicht alle Tassen im Schrank! Ich würde den Film eher als fachärztliche Dokumentation für abnorme geistige Verwirrung einstufen. Nur, wozu wird sowas im Kino gezeigt?
Bei diesem Experimentalfilm (auf Kosten des Zuschauers) bleibt einfach nichts hängen außer dem Gefühl, hier wirklich Zeit vergeudet zu haben: 1 Punkt.