In Alturia entdecken zwei Brüder, Andius und Danion, mit Hilfe einer alt aussehenden Schatzkarte eine versteckte, dunkle Höhle. Als sie das Holz, das den Eingang verbarrikadiert, beiseite räumen, springt ihnen ein Monster entgegen und greift Andius an. Danion kann den Krallen dieses gehörnten Biestes gerade noch entkommen. Er eilt zu Hercules, um ihn um Hilfe zu bitten. Er soll die Menschen, die mittlerweile vom Monster gefangen genommen wurden, retten. Hercules hat sich inzwischen als Farmer mit seiner Frau und drei Kindern niedergelassen und träumt zusammen mit seinem Freund Iolaus von seinen vergangenen Abenteuern. Obwohl es ihm schwer fällt, seine Familie zu verlassen, kann er in dieser verzweifelten Situation nicht untätig bleiben. Zusammen mit Iolaus macht er sich auf den Weg nach Alturia, wo das Monster inzwischen zwei Liebende gefangen genommen hat und sie in seiner Höhle mit einer zähflüssigen Substanz einspinnt.
Der letzte der fünf Pilotfilme, bevor Hercules in die Serienproduktion ging, schickt den Halbgott in das mythologisch bekannte minoische Labyrinth. Allerdings kann man hier schon beinahe von einer Serienepisode sprechen, denn ein Großteil der Zeit wird als Best-of-Flashback zu den vergangenen vier Filmen genutzt und wirklich minutenlang die vermeintlich besten Szenen und Kämpfe nochmal Revue passiert. Keine Ahnung was das soll, denn gerade diese zahlreichen "weißt du noch" Momente halten hier den Spielfluß doch gehörig auf.
Schön aber das Kumpel Iolaus wieder mitspielen darf, denn gerade diese Buddy Komponente machte ja auch einen gewissen Teil des Serienerfolges aus. Ich finde man merkt hier auch erstmals so richtig, das auf dem Produzentenstuhl ein gewisser Sam Raimi Platz genommen hat, denn stellenweise geht das Spiel doch schon ein wenig in Richtung Horror. Zwar sieht das Labyrinth immer noch, wie beim Reich der toten Götter, sehr stark nach Studio-Pappmaschee aus, dafür wird hier munter mit einer Kralle die Halsschlagader aufgeschlitzt ein Typ mit dem Horn durchstoßen oder Unschuldige in matschige Kokons gehüllt. Das ist zwar immer noch alles unblutig dargeboten, aber im Verhältnis zu den anderen Filmen zeigt sich doch ein zunehmender Trend zu Horror und Düsternis.
Auch der Minotaurus sieht für das überschaubare Budget recht gut aus. Vor allem die Maske glänzt durch mimische Beweglichkeit, auch wenn durch das Riesending die Mobilität etwas eingeschränkt schien. Dieser hegt einen persönlichen Groll auf Hercules, denn dieser stellt sich als sein Bruder und gleichzeitig Zeus Liebling heraus. Wenn man diesen Bruderzwist/Monster Faden ordentlich gesponnen hätte, ohne ständig ewige Rückblenden einzufiedeln, wäre es der beste der fünf Fernsehfilme geworden. Allerdings wenn man diese kennt ist es zu oft ein Fall für die Vorspultaste.
5/10