Review

Überraschend positiv, wie manche Genre-Mixturen unterhalten können, selbst, wenn sie dem Trash-Bereich zuzuordnen sind.
Denn wer ein generelles Faible für Knastfilme hat, wird schon mal bestens bedient, wer darüber hinaus einigen Zombieeinlagen mit Splattereffekten nicht abgeneigt ist, bekommt gar einen kleinen Bonus serviert.

Horror-Ikone Tony Todd schlüpft hierfür in die Paraderolle eines Wiederkehrers, der vor rund zwanzig Jahren über zwei Dutzend Schwangere tötete und nun in einem Frauenknast aufersteht, weil ein verrückter Arzt sein Blut konservierte und dieses unter anderem Heldin Solitaire (Carla Greene) verabreicht.
Doch die junge Frau spürt in ihren Visionen eine stärkere Verbindung zu dem Killer, als ihr lieb sein kann…

Zugegeben, die überwiegende Zeit haben wir Frauenknast mit zahlreichen Klischees.
Die Neue wird sogleich von der Knacki-Chefin angepöbelt und in eine Klopperei verwickelt, eine Schwangere erhält Schutz von der Heldin und zeigt sich hilfsbereit, der Arzt verteilt Drogen gegen Sex und eine Aufseherin verteilt Personenschutz, ebenfalls gegen körperliche Zuwendung.
Rein äußerlich ist es der typische Frauenknast, auch wenn die Leiterin von einer Klinik faselt, - was da an medizinischen Vorgängen wahrzunehmen ist, beschränkt sich eher auf die dubiosen Spritzen des Arztes.
Und damit die gierig männlichen Sinne etwas befriedigt werden: Natürlich müssen die Damen regelmäßig unter die Dusche.

Im Verlauf mehren sich jedoch Hinweise auf bevorstehende, übersinnliche Elemente. Da wird eine während einer Flucht unter den Rasen gezogen, eine lächerliche und zugleich erheiternde Animation verdeutlicht, wie hin und wieder Blut in den Boden sickert und das Böse nährt und im letzten Drittel steigen gar Zombies aus der Erde, die sich über Insassinnen als auch übers Personal hermachen.
Dass es final zum Endkampf zwischen Todd und Heldin kommt, dürfte bei alledem wohl kaum überraschen.

Unterhaltsam fallen indes die Kampfszenen aus, da wird sogar Wirework eingesetzt, nicht selten fliegen Kontrahenten nach einem Tritt meterweit bis an die Wand, wobei die meisten Fights eher bodenständiger, nichts desto trotz, recht flott ausfallen.
Mit Einsatz der Untoten mehren sich schließlich auch die Gewaltszenen, da gibt’s es einen Stock im Mund, der durch den Nacken wieder austritt, einen Kehlenriss, kleinere Fressszenen, Zunge heraus reißen und etwas blutiges Gekröse. Bereits das rückblickende Intro mit dem blutigen Schlag gegen eine Gefängnisrevolte kündigt eine Menge Gore an, doch all zu drastisch fallen nachfolgende Szenen nicht aus.

Einen besonderen Höhepunkt für Trash-Fans bieten die Szenen mit einem Zombie-Baby, welches so richtig dreckig und zugleich ungelenk in Szene gesetzt wurde und auf dieser Ebene einfach nur erheitern kann.
Immerhin langt es ein paar Mal kräftig zu und beschert dem Streifen den größten Unterhaltungsfaktor.

Auch wenn das Skript insgesamt ein wenig schwach auf der Brust ist und ein paar Intrigen und Machtkämpfe innerhalb der Knastfrauen ein wenig Drive herausnehmen, so bleibt im Gesamtbild doch ein flott und solide inszenierter Knast-Horror mit gut gecasteten Damen, ein paar „günstigen“ Kamerapositionen und einer wild entschlossenen Heldin, der man ihre Motivation zumindest abnimmt und den Betrachter entsprechend mitfiebern lässt.
Simpel, aber sympathisch.
7 von 10

Details
Ähnliche Filme