Bei „The Stuntdriver“, einem weiteren PM-Werk, führte nicht nur Joseph Merhi selbst Regie, sondern es konnten auch die etwas prominenteren Darsteller Roy Scheider, Michael Madsen und Angie Everhart angeworben werden.
Zu Beginn darf der Präsident ein bisschen über Kürzung der Rüstungsausgaben faseln, während die Credits laufen. Natürlich weiß man, dass dies später wichtig sein wird; unnötige Szenen kosten unnötiges Geld und das hat PM nicht.
Weiter geht’s mit einem Gefangenentransport, in dem auch der ehemaliger Stuntfahrer Nick James (Michael Madsen) sitzt. Doch einigen ihm unbekannte Gangster inszenieren einen spektakulären Überfall, um ihn zu befreien. Nick ist das gar nicht geheuer und so krallt er sich einen Wagen, um sowohl der Polizei als auch den Gangstern zu entkommen. Auch wenn es hier wieder Unglaubwürdigkeiten und Logikfehler hagelt (Nickt fährt z.B. die ganze Flucht über in Hand- und Fußschellen), ist die Action doch lang und recht spektakulär gemacht. Es fliegen auch wieder viele Polizeiautos auf die PM-typische Weise durch die Luft und auch der Art der Explosionen merkt man das Label.
Doch als Nick seine Frau besuchen will, lauern die Gangster ihm auf und kidnappen ihn. In ihrer Basis in Area 55 (bitte nicht so laut lachen) wird Nick unterrichtet, warum er entführt wurde. Er soll bei einem Banküberfall den Fluchtwagen fahren...
Das dies natürlich nicht alles sein kann, wissen wir, da ansonsten Roy Scheider als Präsident nicht involviert wäre. Wie wird natürlich nicht verraten. „The Stuntdriver“ bietet zwar nur typische PM-Action, aber ist darin gar nicht mal schlecht.
Eigentlich gibt’s an Action nur drei sehr lange Verfolgungsjagden und einen kurzen Ballershowdown. Dieser ist eher unwichtig, dafür überzeugen die Jagden durch die Quantität und Länge und weniger durch die Qualität der dargebotenen Action. Doch die Stunts sind gut und können den Genrefan unterhalten. Bei der zweiten Verfolgungsjagd sollte man bei Kenntnis des PM-Werks „Recoil“ auch mal auf den Gemüsemarkt achten.
Die Story ist weniger gut und dient als Aufhänger für die gute Action. Doch die sich ziehende Geschichte mit den zähen Dialogen nimmt The Stuntdriver“ viel von seinem Drive, zumal gute Geschichten nie die Stärke von PM waren. Spannung gibt’s auch nicht.
Die Schauspieler sind auch nicht besonders toll, auch wenn keiner der üblichen B-Film-Helden über den Bildschirm turnt. Doch Roy Scheider ist in Hollywood ausgemustert worden und Michael Madsen kriegt dort auch immer weniger Rollen. Angie Everhart durfte in Hollywoodfilmen wie „Jade“ meistens eh nur Nebenrollen spielen. In dieser Hinsicht darf man von dem Film nichts erwarten.
„The Stuntdriver“ ist ein weiterer PM-Film, der sich für Actionfans durch seine ausgedehnten Verfolgungsjagden im oberen Durchschnittsbereich bewegt.