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Der Film ist nicht für jeden etwas. Für seinen Film Violent Cop geht Regisseur und Hauptdarsteller Takeshi Kitano voll auf und präsentiert einen Mann, der extrem gewalttätig sein kann, aber auch viele gute Seiten an sich hat. Das wirkt anfangs noch wie eine Art "Harter Cop löst Fall und lässt coole Sprüche ab" (was ich persönlich auch sehr mag), geht es ihm dann aber immer mehr um die Gewalt an sich und der Film rutscht immer tiefer in einen Gewaltsumpf ab, dessen eigentlicher Plot diese exzessive Gewalt kaum tragen kann. Das macht den Film so tiefschürfend und Facettenreich, dass die eigentliche Handlung immer mehr an Boden verliert und man einen tiefen Einblick in den Menschen bekommt, in einer sehr gewalttätigen Form. Eine schöne Szene aus dem Film zeigt eine Schlägerei in Zeitlupe in der ruhige und fröhliche Musik gespielt wird. Das trifft es eigentlich auf den Punkt: Leute die mit Gewalt nichts am Hut haben, werden den Film nicht brauchen.
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Dirty Harry auf Japanisch? Takeshi Kitano sieht sich wohl gerne selber als Hauptstar in seinen eigenen Filmen und fühlt sich wohl in lakonischen und wortkargen Rollen wie hier als verschlossener Einzelgänger-Cop. Selbstredend ist er ein konservativer Hardliner mit unkonventionellen Methoden. Dass er lieber erst einmal zuschlägt und tritt und ihm das Sprechen weniger liegt, damit kann ich noch leben. Allerdings fand ich ihn jetzt nicht allzu charismatisch oder einschüchternd. Kitano ist eh overrated ohne Ende. VIOLENT COP zeigt auch insgesamt nichts, was man so oder so ähnlich nicht auch in den etwas härteren und nihilistischeren Copthrillern aus den USA, Europa oder Hongkong zu sehen bekäme. Der Film ist außerdem unglaublich schwerfällig. Keine Ahnung, ob hinter dem Gezeigten irgendwelche kritischen Kommentare zur japanischen Gesellschaft zu finden sind, aber das ist mir dann auch egal.
8
Kitanos erster Film hat mich doch etwas überrascht. Ich hatte ihn mir schlechter vorgestellt. Kitano spielt wieder ohne eine Miene zu verziehen und auch die distanzierten und langen Kameraeinstellungen sind mit dabei. Der Film beginnt wie gewohnt ruhig und wird erst gegen Ende interessant, welches mich wirklich nicht ganz unbeeindruckt gelassen hat. Imo nicht ganz so gut wie Brother, aber als Genrevertreter des Copthriller durchaus sehenswert, wunderbar unkonventionell und damit starkes Kontrastprogramm zum westlichen Film. Für Kitano Fans und Freunde des japanischen Kinos eine Überlegung wert! 7,5/10 Gesichtsausdrücken
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Wer bei "Violent Cop" an konventionelle Polizeifilme nach dem US-Muster der siebziger und achtziger Jahre denkt (Stichworte wie "Madigan", "Dirty Harry" oder Bronsons Ausflüge ins Genre der Cop-Movies), der wird eine Überraschung erleben. Ob positiv oder negativ, hängt von der Interpretation dieses höchst eigentümlichen und formal eigenwilligen Werkes ab. Bei mir überwog trotz zweifellos vorhandener filmkünstlerischer Ambitionen des Regisseurs der Negativeindruck. Die brutale Gewalt, mit der der Polizist vorgeht, wird in keiner Weise kritisch reflektiert, eher genüßlich zelebriert. Gegen Ende werden blutrünstige Szenen mehr und mehr zum reinen Selbstzweck, wie es im fernöstlichen Action-Kino der Moderne (A Better Tomorrow, Replacement Killer etc.) offenbar zum Standard-Repertoire gehört. Der Film entläßt den Zuschauer nach dem finalen Showdown mit einem Berg von Leichen und einem insgesamt eher schalen Nachgeschmack. Bewertung: 5/10