Review

König der Shaolin wird immer wieder zu den besten Shaw Brothers Produktionen gezählt (auch im Mediabook Text zu die Rückkehr des Königstigers) was mir absolut nicht einleuchten will.

Es dürfte mit sehr unterschiedlichen Bewertungskriterien zu tun haben. Wer einen blutigen Hirn-aus-Film sehen will und Blut und Schnelligkeit zu den Hauptberwertungskriterien macht, der kann dem Streifen tatsächlich 9 Punkte geben.

Für mich steht bei einem guten Film idR die Geschichte im Mittelpunkt und da gibt es hier praktisch keine. Hier wird noch nicht einmal die oft übliche Rachestory bemüht (bzw nur indirekt) sondern wir haben einen Gefängisinsassen, der in ein ganz simpel gestricktes Komplott reinrutscht und sich aus diesem mit Gewalt befreien muss (was den Streifen Filme wie Yojimbo oder für eine Hand voll Dollar arg unterlegen macht wo eben auch psychologisches Katz und Mausspiel und Winkelzüge zur plumpen Gewalt hinzukommen).

Was den Streifen dann besonders langweilig macht ist neben der für mich recht langweiligen Darbietung der Kämpfe (der Kampf ohne Hände wird überbemüht; hier zieht der Streifen aber z.b gegen Crippled Masters kein Land) die Tatsache, dass der erste Kampf gegen den härtesten Gegener schon in der Mitte stattfindet und eindeutig für unseren Helden ausgeht. Wo ist denn da noch der Grund mitzufiebern? Der Schluss mag ein besonderes Gemetzel sein, aber es ist doch schon klar, dass niemand der Antagonisten dem Helden auch nur ansatzweise gewachsen ist.

In den letzten Schlussminuten wird dann noch der öfters mal übliche chinesisch-nationalistische Käse bemüht um Widerstand gegen die Manschus (die vorher nicht wirklich präsent waren; der Gouverneur kam mir aucheher wir ein Han-Chinese vor). Auch eher peinlich ist die verwendete Western-Musik, die so gar nicht passen will.

Ich will hier gar keinen Komplettveriss machen; man wird andererseits durchaus unterhalten und hier wird solide Kost abgeliefert, aber in der A-Liga der Shaws spielt der Streifen für mich nicht. Dafür gibt es einfach keine gescheite Story, keinen guten Soundtrack, kein Mitfiebern, keine Überraschungen, keine abwechslungsreichen Kämpfe oder gar tolle Ideen zu bewundern.

Da hier nur ein Review bisher war, das die kritischen Punkte an diesem Streifen überhaupt nicht behandelt habe ich mich entschlossen selbst etwas Kritik zu üben und vielleicht jemanden zu bewahren zu viel Geld in eine der seltener werden Blu Rays zu dem Streifen zu pumpen. Technisch ist die TVP Scheibe gut, aber der Streifen ist eher was für Komplettisten denn für Rosinenpicker.

Daher folgerichtig 5,5 Punkte für eher durchschnittliche Shaw- Kost, die sich lediglich durch überproportionalen Kunstbluteinsatz etwas vom Einerlei abhebt.

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